BDU Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

BDU: Steuerliche Absetzbarkeit privater Handwerksrechnungen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft ermöglichen

    Berlin/Bonn (ots) -     Ökonomische Anreize zur Schwarzarbeit senken - Gegenfinanzierung durch Subventionsabbau sicherstellen - Beispiel Ukraine

    Angesichts der stetigen Zunahme der Schattenwirtschaft in
Deutschland spricht sich der Präsident des Bundesverbandes Deutscher
Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley, für die steuerliche
Absetzbarkeit privater Handwerksrechnungen aus. Zumindest in
Teilbereichen, wie beim privaten Bau, werde so ein Anreiz geschaffen,
derartige Dienstleistungen nicht "schwarz" ausführen zu lassen,
sondern ordnungsgemäß zu versteuern. Um die Gegenfinanzierung
sicherzustellen, müsse der Subventionsabbau massiv vorangetrieben
werden.
    
    Mit der Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit - mindestens in
Höhe von 65 Prozent - werde beim Besteller einer Handwerksleistung
ein hoher ökonomischer Anreiz geschaffen, auf Schwarzarbeit zu
verzichten. Das gelte vor allem im privaten Bereich, der mindestens
ein Drittel am Gesamtvolumen ausmache. Die Unternehmensberater
versprechen sich von dieser Regelung eine deutliche Zunahme von
offiziellen Aufträgen für Handwerksleistungen und infolgedessen
höhere Gewerbesteuer- und Lohnsteuereinnahmen.
    
    Allerdings müsse im Vorfeld möglichst genau berechnet werden,
inwieweit diese Mehreinnahmen den zu erwartenden Steuerausfall
insbesondere bei der Einkommensteuerveranlagung ersetzen können.
"Sollten diese Berechnungen ergeben, dass nur Teilschritte
finanzierbar sind, halte ich auch eine Beschränkung der
Abzugsfähigkeit auf private Bauleistungen" für denkbar", so Redley.
Um eine völlige Gegenfinanzierung sicherzustellen, müsse
gegebenenfalls über weitere Kürzungen im gesamtbaulichen
Subventionsbereich nachgedacht werden. Angesichts der
augenblicklichen Entspannung im Wohnraumbereich sollten vor allem die
diversen Abschreibungsmöglichkeiten einer ernsthaften Prüfung
unterzogen werden. Zudem werde mit einer verbesserten Absetzbarkeit
die Modernisierung und andere Investitionen von Immobilien bereits
gefördert, so dass dem Staat kein Zurückziehen aus seiner
wohnungspolitischen Verantwortung vorgeworfen werden könne.          
    
    Die Forderung werde im übrigen von Untersuchungen des Deutschen
Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin bestätigt. Denn
die Experten hätten noch Ende letzten Jahres einen Zusammenhang
zwischen Senkung der Steuerlast und Verlauf der Schattenwirtschaft -
bezogen auf die ukrainische Wirtschaft - untersucht. Die Ergebnisse
belegten, dass einer niedrigeren Besteuerung eine höhere Bereitschaft
zur legalen Dienstleistung folge. "Auch wenn die Entwicklung einer
jungen Volkswirtschaft wie die der Ukraine nicht exakt auf
Deutschland übertragen werden kann, so lässt sich daraus aber doch
ein überregionales volkswirtschaftliches Gebot zu niedrigerer
Steuerbelastung ableiten", untermauert Verbandschef Redley seinen
Vorschlag.
    
    Parallel zur Einführung dieser Steuerermäßigung müsse aber deren
ordnungsgemäße Einhaltung besser kontrolliert und Missbräuche
schärfer sanktioniert werden.
    
    
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