DIE ZEIT

Hans Mommsen wirft Martin Walser "Geschichtsklitterung" vor

Hamburg (ots) - Der Historiker Hans Mommsen hat den Schriftsteller Martin Walser wegen seiner jüngsten Äußerungen zur deutschen Geschichte scharf kritisiert. Walsers Behauptung, der Vertrag von Versailles sei eine wesentliche Ursache für den Aufstieg Hitlers, sei "auf ganzer Linie irreführend", schreibt Mommsen in der ZEIT. Indem Walser "ganz ohne Kenntnis der neuen historischen Forschung die wirtschaftliche Stagnation und Krisenlage der Republik auf den Versailler Vertrag" zurückführe, begehe er dieselbe "Geschichtsklitterung, wie sie in Weimar die politische Rechte unter Alfred Hugenberg" betrieben habe. Weiter schreibt Mommsen, gerade im Zusammenhang mit seiner Frankfurter Friedenspreisrede von 1998 wirke Walsers Äußerung "wie die Erneuerung von Vorurteilen, die aus der Asservatenkammer der konservativen Rechten stammen". "Mit dem Schlagwort vom ‚Versailler Diktat' haben die rechtsbürgerlichen Parteien in Weimar die Grundlagen für das ominöse Bündnis mit Adolf Hitler gelegt". Anlass für Mommsens Kritik sind Äußerungen, die Walser während eines öffentlichen Gesprächs mit Bundeskanzler Gerhard Schröder über Patriotismus und Nationalgefühl in Berlin gemacht hatte. Den kompletten ZEIT-Beitrag (DIE ZEIT Nr. 21, EVT 16.05.2002) zu dieser Meldung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung. ots Originaltext: Die Zeit Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Für Rückfragen melden Sie sich bitte bei Elke Bunse oder Verena Schröder, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, (Tel.: 040/ 3280-217, -303, Fax: 040/3280-558, e-mail: bunse@zeit.de, schroeder@zeit.de). Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

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