DIE ZEIT

"Mit Satire gegen den Wahnsinn"
Matthias Deutschmann über Unterschiede zwischen Spaßgesellschaft und Satire

    Hamburg (ots) - Der Kabarettist Matthias Deutschmann beurteilt das
Auftreten deutscher TV-Komiker nach den Ereignissen in den USA und
Afghanistan: "Es lässt sich nicht verhindern, dass die Leute ihre
Sachen weitermachen. Wie sollte denn auch die leichte Kavallerie der
Spaßgesellschaft darauf reagieren?" Deutschmann, der ab 11. Oktober
mit seinem aktuellen Programm "Streng vertraulich" durch Deutschland
tourt, sagt in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT: "Soll
sich Stefan Raab ein Ohr abschneiden? Es ist absurd, mit Symbolismus
reagieren zu wollen."
    
    Einen satirischen Umgang mit den aktuellen Geschehnissen hält der
Kabarettist aber für notwendig: "Ich finde es legitim, satirisch
gegen diesen Wahnsinn vorzugehen, das ist durchaus im Sinne der
Aufklärung. Weg von den nicht hinterfragbaren Zusammenhängen."
    
    Im Rückblick auf die Geschichte des politischen Kabaretts sieht
Deutschmann, dass bestimmte große Themen die gleichen geblieben
seien, wie etwa Gerechtigkeit oder das Nachdenken darüber: "Der ganze
Idealismus der sechziger Jahre ist vielleicht hinfällig geworden.
Aber die Dudel- und Spaßgesellschaft mit dem Fluchtpunkt Mallorca -
das kann auch kein Dauerzustand sein. Mich kotzt diese
Partygesellschaft an, von den Bismarcks in Marbella bis hoch nach
Sylt. Widerlich."
    
    
    Das komplette ZEIT-Interview (DIE ZEIT Nr. 42, EVT 11.10.2001) zu
    dieser Meldung stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
        
    
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