DIE ZEIT

"Wirtschafts-Weiser" Horst Siebert in der ZEIT: Keine Angst vor der Rezession

    Hamburg (ots) - Horst Siebert, Leiter des Instituts für
Weltwirtschaft in Kiel und Mitglied des Sachverständigenrates zur
Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Fünf Weise"),
hat vor dem G8-Gipfel in Genua Entwarnung für die europäische und
nordamerikanische Konjunktur gegeben. "Ich sehe langsameres Wachstum
voraus, aber keine Rezessionsgefahren", sagt er in der neuen Ausgabe
der Wochenzeitung DIE ZEIT. Die deutsche Wirtschaft werde im
kommenden Jahr um 2,2 Prozent wachsen, das sei "nicht fulminant, aber
keine Rezession". Und, so Siebert, "die US-amerikanische Wirtschaft
ist im ersten Quartal noch gewachsen. Wenn es eine Rezession geben
soll, müsste in den nächsten zwei Quartalen ein gewaltiger Einbruch
kommen." Die Wirtschaftskrisen in Argentinien und der Türkei hält er
für überschaubar. "Ich glaube, dass die Gefahren in den Griff zu
bekommen sind. Man hat ja nun einige Erfahrungen im Krisenmanagement
gesammelt".
    
    Ein Vorziehen der Steuerreform in Deutschland, wie sie zur
Ankurbelung der Konjunktur ins Gespräch gekommen ist, lehnt Siebert
ab. "Ich bin gegen kurzfristigen Aktionismus. Wir sollten uns auf das
konzentrieren, was langfristig getan werden muss".
    
    Vom G8-Gipfel der Industrieländer in Genua erwartet sich der
Ökonom keine neuen Impulse für die Konjunktur. "Aktive
Konjunkturpolitik kann nicht das Thema (des Gipfels) sein", sagte er
in dem Gespräch mit der ZEIT. Stabilitätspolitik bleibe eine Aufgabe
der einzelnen Staaten, nicht internationaler Koordination.
    
    Vorwürfe Gerhard Schröders an die Zunft der
Konjunktur-Prognostiker wies Siebert zurück. Der Kanzler hatte
geklagt, die vielen Wirtschaftsprognosen seien kaum noch
nachvollziehbar. "Die Vorwürfe der Politiker sind ungerechtfertigt",
sagte Siebert. "Im Prinzip liegen die Prognosen doch alle in einem
ähnlichen Bereich".
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 30/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 19. Juli 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
    Wortlaut des ZEIT-Interviews kann angefordert werden.
        
    
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