DIE ZEIT

ZEIT: Süssmuth-Kommission widerspricht Otto Schily und der Union - Nicht jeder Einwanderer muss auch einen Arbeitsplatz haben

    Hamburg (ots) - In ihrem Bericht, der am nächsten Mittwoch der
Öffentlichkeit vorgestellt wird, fordert die von Bundesinnenminister
Schily eingesetzte und von der CDU-Politikerin Rita Süssmuth
geleitete Kommission eine Einwanderung nicht nur aus
wirtschaftlichen, sondern auch aus demographischen Gründen, berichtet
die Wochenzeitung DIE ZEIT in ihrer neuen Ausgabe. Die Experten
widersprechen damit den Unionsparteien und auch dem
sozialdemokratischen Bundesinnenminister, die es strikt ablehnen, den
Bevölkerungsschwund durch Einwanderer auszugleichen oder auch nur
abzumildern.
    
    In dem rund dreihundert Seiten langen Schlussreport, der in vielen
Punkten deutlich von seinen bekannt gewordenen Entwürfen abweicht,
unterscheidet die Kommission zwischen "Einwanderern" und
"Zuwanderern".  Die erste Gruppe, circa 20 000 Menschen jährlich
zuzüglich der Ehepartner und Kinder, werde nach einem Punktesystem
ausgewählt und solle dauerhaft in Deutschland bleiben - aus
demographischen Gründen. Ausschlaggebend für die Auswahl seien etwa
ihre gute Ausbildung, ihr Lebensalter unter 45 Jahren und ihre
deutschen Sprachkenntnisse, nicht aber das Erfordernis, bereits über
ein Arbeitsplatzangebot zu verfügen. Die zweite Gruppe, die
"Zuwanderer" hingegen seien Ausländer, die eine akute Lücke auf dem
Arbeitsmark schließen sollen und deshalb auf Antrag der Unternehmer
für eine begrenzte Zeit eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis
erhalten. Auch hier sei jährlich an 20 000 Menschen gedacht. Diese
seien aber keine Einwanderer, die von vornherein in Deutschland
sesshaft werden sollten.
    
    Die Süssmuth-Kommission will Deutschland auch für
Existenzgründer, Wissenschaftler und Wirtschaftler öffnen, sie will
ausländische Studenten und nach Bedarf auch Auszubildende einladen
und ihnen ermöglichen, auch auf Dauer hier zu bleiben. Alles in allem
kommt die Kommission damit auf eine zusätzliche jährliche Zuwanderung
von etwa 200 000 Menschen.
    
    Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 27/2001 mit
    Erstverkaufstag am Donnerstag, 28. Juni 2001, ist unter
    Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der
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