DIE ZEIT

Branko Lukovac, Außenminister von Montenegro, träumt im LEBEN der ZEIT davon, dass sein Land ein Teil von Europa wird

Hamburg (ots) - Branko Lukovac, 57, seit Januar 2000 parteiloser Außenminister der Teilrepublik Montenegro, träumte schon als Jugendlicher davon, "die Weltgemeinschaft zu transformieren, zu einer gerechteren und sozialeren Ordnung auf der Welt beizutragen." In der jüngsten Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT berichtet er, wie dieser Traum durch sein Amt als Außenminister wieder an Aktualität gewonnen hat. Früh sei ihm klar geworden, "dass Träume nicht dasselbe sind, wie die Wirklichkeit und dass die Wirklichkeit selbst oft alles andere sein kann als ein begrüßenswerter Ort". Auf Wunsch seiner Eltern studierte er Wirtschaft in Belgrad. Lukovac: "Damals passierte vieles auf der Weltbühne, das mich faszinierte. Der Vietnamkrieg war in vollem Gange, Afrika befreite sich von der Kolonialherrschaft, Che Guevara veränderte Kuba. Zu der neuen Generation von Träumern wollte ich gehören ... In der Welt, wie wir sie wollten, sollte es keine Kriege mehr geben, kein Blutvergießen und kein Morden." Nach dem Studium begann er, für eine Regierungsbehörde zu arbeiten und eine "Vision für die Zukunft des Landes zu erarbeiten". Nicht in meinen ärgsten Träumen hätte ich den Sturm ahnen können, der sich in Jugoslawien zusammenbraute." Als Diplomat in Tansania erlebte er, "wie mehr als 140 verschiedene ethnische Gruppen und Kulturen friedlich zusammenleben, auch indem sie eine Sprache, Suaheli, teilen". 1989, vorübergehend nach Jugoslawien zurückgekehrt, habe er sich bemüht, die Tragödie aufzuhalten, die sich abzeichnete. Aber "keine Autorität, der Welt, keine Überzeugungskraft, kein Hilfsprogramm war in der Lage, die Zerstörung unseres Landes aufzuhalten. Es brach in sich zusammen, und mit dem Kollaps starben unsere Träume von Gemeinschaft wie Gleichheit." Im freiwilligen südafrikanischen Exil wurde er Zeuge des dortigen Friedensprozesses, "eines Prozesses, von dem man in unserem Land nur träumen konnte - was für eine paradoxe Situation." "Von da an hatte ich nur noch den Traum, dass es im Dunklen einen Lichtstreif am Horizont gibt, dass das Leiden aufhört ... Der dichte Unglücksschleier lichtete sich, und das fing ausgerechnet in Montenegro an, unter Jugendlichen, die die Politik der Gewalt satt hatten. Sie haben gewonnen. Jetzt gibt es wieder Hoffnung für Serbien, für die anderen Länder in der Region. Darum habe ich mit Freude zugesagt, als mich der montenegrinische Präsident fragte, ob ich hier Außenminister werden wollte. Free at last heißt der Traum, der hier wirklich wird. Und jetzt fange ich von neuem an zu träumen." Diese PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 18/2001 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 26. April 2001, ist unter Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. Der Wortlaut des ZEIT-Textes kann angefordert werden. ots Originaltext: Die Zeit Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen Elke Bunse, ZEIT-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Tel. 040/ 3280-217, Fax -558, e-mail: bunse@zeit.de) gern zur Verfügung. Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

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