DIE ZEIT

Der polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski über den Beitritt Polens zur Europäischen Union

Hamburg (ots) - Kein Dogma sieht Wladyslaw Bartoszewski in dem Datum vom Ende des Jahres 2002 für Polens Beitritt zur Europäischen Union. In einem Interview mit der Wochenzeitung DIE ZEIT spricht der polnische Außenminister davon, er sei "bedingt optimistisch, dass wir es schaffen". Aber unter Freunden könne man über den Unterschied von 24 Monaten, also einen Beitritt Anfang des Jahres 2005, durchaus auch streiten. Allerdings sage er das nicht als Außenminister, fügte Bartoszewski hinzu. In der Debatte über das künftige Gesicht Europas, also die stärker bundesstaatliche oder nationalstaatliche Orientierung, stellt Bartoszewski sich ausdrücklich eher auf die Seite Tony Blairs als auf die Joschka Fischers. Für eine bundesstaatliche Vision sehe er "keine realistisch begründete Chance". Aber es mache wenig Sinn, fügt er hinzu, "sich für kommende Generationen diese oder jene Form einer europäischen Verfassung auszumalen". Zugleich plädiert er ausdrücklich dafür, dass in Europa nicht ein neuer Eiserner Vorhang installiert werde. In Polen bewegten sich nicht nur Deutsche frei, sondern auch Russen oder Ukrainer, zum Teil als Schwarzarbeiter. Mit deutscher technischer Hilfe "noch aus Kanthers Zeit" könne man allerdings, wie er hinzufügt, die Grenze abkapseln. PRESSE-Vorabmeldung aus der ZEIT Nr. 44/2000 mit Erstverkaufstag am Donnerstag, 26. Oktober 2000 ist unter Quellen-Nennung DIE ZEIT zur Veröffentlichung frei. ots Originaltext: Die Zeit Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen steht Ihnen das Team der ZEIT-Presse- und Public Relations Elke Bunse (Tel. 040/ 3280-217, Fax -558, e-mail: bunse@zeit.de) und Victoria Johst (Tel. 040/3280-303, Fax-570, e-mail: johst@zeit.de) gern zur Verfügung. Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

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