DIE ZEIT

Von Ground Zero bis zur Wallstreet

Hamburg (ots) - Im ZEITmagazin ziehen Persönlichkeiten, die das letzte Jahrzehnt mitgeprägt haben, Bilanz. Dabei sind u.a:

Ursula von der Leyen, 50, seit 2005 Familienministerin über Schulreformen: "Dieses Jahrzehnt ist für mich geprägt durch die Schulzeit unserer sieben Kinder. Mein Mann und ich haben in diesen Jahren immerhin 40 Schuljahre miterlebt. Halbtagsschule, Lehrermangel, Hunderte Vokabeln, so manche Fünf in Mathe, Platzwunden und Tränen auf dem Schulhof oder aufregende Klassenfahrten - uns kann man in puncto Schule nichts mehr vormachen. Wir erleben alles sieben mal ... Und wenn wir uns die aktuellen Ergebnisse von Pisa ansehen, muss uns eines klar sein: Wir müssen besser werden. Wir benötigen Investitionen in die Qualität des Unterrichtes, in den Ausbau der Ganztagsschulen und geringere Klassengrößen, denn gutes Lernen braucht Zeit und Zuwendung."

Boris Johnson, 44, seit diesem Jahr Bürgermeister von London, zum Krieg im Irak: "Ich muss meine Zustimmung zum Irakkrieg widerrufen. Nicht weil ich nicht länger an die Grundpfeiler meiner Entscheidung glaube: Freiheit, Demokratie, Unabhängigkeit. Sondern weil der Irak - und die Geschichte wird das beweisen - unkalkulierbar ist." Zu Beginn des Irakkriegs war Johnson Abgeordneter der britischen Konservativen.

Kurt Westergaard, 73, einer von zwölf dänischen Zeichnern, deren Karikaturen des Propheten Mohammed im Jahr 2005 die muslimische Welt in Aufruhr versetzten, zu Muslimen in Europa: "Nach dem Eklat um meine Mohammed-Karikatur habe ich versucht, mit muslimischen Mitbürgern zu sprechen, es ist mir nicht gelungen. Ich wollte mich hinsetzen, eine Tasse Kaffee trinken und darüber reden, doch ich bin nur auf Ablehnung gestoßen und bedroht worden: 'Du wirst ewig in der Hölle brennen.' Westergaard lebt immer noch unter Polizeischutz.

Gesine Schwan, 65, ist Politikwissenschaftlerin und Kandidatin der SPD für die Bundespräsidentenwahl im Jahr 2009, über Kofi Annan: "Er ist für mich die Lichtgestalt des neuen Millenniums. Als Generalsekretär der Vereinten Nationen hat er von 1997 bis 2006 in einer düsteren Zeit die großen Ideale von Gewaltverzicht, Multilateralismus und internationaler Kooperation hochgehalten."

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Die kompletten ZEIT-Beiträge der ZEIT Nr. 51 vom 11. Dezember 2008
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