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Jürgen Flimm wünscht Einbindung Nike Wagners in Bayreuth

Hamburg (ots) - Jürgen Flimm, der Intendant der Salzburger Festspiele, spricht sich für eine Beteiligung Nike Wagners bei der Leitung der Wagner-Festspiele in Bayreuth aus. "Es wäre natürlich das Ideal, wenn Nike jetzt noch als Chefdramaturgin mit dabei wäre", sagt der Regisseur in der ZEIT. Dennoch begrüßt Flimm die Lösung für die Nachfolge Wolfgang Wagners, der zugunsten seiner Töchter Katharina und Eva zurücktreten will: "Das hat doch einen gewissen Charme! Dass man sich jetzt nicht auf den allgemeinen Kulturmanagermarkt begeben muss, weil man Fachleute in der Familie hat, die einen Bezug zur Eigentümlichkeit des Ortes haben. Das find ich schöner, als wenn da jetzt der Herr X hinkäme, der schon vier Stadttheater geleitet hat." Wolfgang Wagners Rücktritt sei ein "Neubeginn, der längst fällig war. Wagners verstorbene Frau Gudrun hat sich diesem Neubeginn immer verweigert, und es ist sein letztes großes Verdienst, dass er nun die Türen öffnet - auch wenn das schon vor zehn Jahren hätte passieren müssen", sagt Flimm.

An die Arbeit mit den Wagners erinnert sich Flimm, der im Jahr 2000 den Bayreuther "Ring" inszenierte, mit gemischten Gefühlen: "Sie haben immer wieder versucht, ihre Sicht auf die Stücke des Opas durchzusetzen. Dass Regie ein Kommentar zu einem Text oder einer Partitur ist, haben sie nicht verstanden. Wenn man sein Vorhaben in der Konzeptionsbesprechung erklärt hat, gab's richtig Zunder. Mit finanziellen Tricks, 'Das können wir nicht bezahlen!', und dieses ganze Zeug, das zum Alltag schlechter Intendanten gehört. Bei vielen Kollegen hat sich Wolfgang auch auf der Probe eingemischt, ich bin dann einfach eine Zigarette rauchen gegangen."

Gelernt habe er in Bayreuth "null", sagt Flimm: "Nur eins war mir wirklich neu: Nach landläufiger Meinung muss eine Direktion alles dafür tun, dass die Leute, die bei einem arbeiten, sich gut fühlen, dass man sie unterstützt. Diese Grundsätze eines Intendanten sind dort außer Kraft gesetzt. Davon kann jeder Regisseur ein Lied singen. Aber ich bin sicher, dass sich das mit Eva und Katharina ändern wird. Eva ist ein Profi, die wird überall in der Branche geschätzt. Katharina ist ein junger Mensch, die guckt nach vorne. Das ist eine gute Kombination, hoffentlich vertragen sie sich."

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 20 vom 8. Mai 2008 senden 
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