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WAZ: In Würde sterben - Leitartikel von Ulrich Reitz

    Essen (ots) - Wer Sterbehilfe-Organisationen verbieten will, weil sie "Geschäfte mit dem Tod" betreiben, macht es sich zu einfach. Genau wie jener, der sich aufregt, weil Dignitas Sterbewilligen neuerdings auf Parkplätzen ihren Tod ermöglicht.

      Menschen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen, sind in großer
Not. Sie interessieren sich nicht mehr dafür, ob sie für das, was sie
als ihre Erlösung empfinden, bezahlen sollen, oder wo das
stattfindet. Wer Selbstmord als letzte Möglichkeit begreift, hat
zuvor die traumatische Erfahrung eines Scheiterns gemacht. Genau hier
sollte eine seriöse Debatte beginnen: Was muss geschehen, um das
Sterben, diesen im doppelten Sinn Grenzfall der menschlichen
Existenz, würdevoll zu gestalten?

      Missstände in Pflegeheimen müssen abgestellt werden. Offenbar
fehlt es bisweilen an Kontrollen, auch bei der Auswahl von Personal.
Hospize, die aufopferungsvoll arbeiten, müssen stärker gefördert
werden, damit es genug Plätze dort gibt. Die Schmerztherapie
funktioniert zwar immer besser, aber noch nicht gut genug. Wer
Sterbehilfe nicht will, sollte alles Menschenmögliche unternehmen, um
den Wunsch danach abzuschaffen.

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