DIE ZEIT

Franziska van Almsick hadert nicht mit verpasstem Olympia-Gold

Hamburg (ots) - Die ehemalige Top-Schwimmerin Franziska van Almsick hat nach eigenen Angaben nie gedopt. "Ich habe in meinem Leben bestimmte Sachen nie gemacht aus Angst davor, in Versuchung zu kommen", sagt sie der ZEIT. Rückblickend freut sie sich darüber, trotz ihrer vielen Erfolge nie eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen gewonnen zu haben. "Es hat mir gutgetan, das olympische Gold nie erreicht zu haben. Ich bin ein anderer Mensch, weil ich nie das Größte erreicht habe, was ich mir immer gewünscht habe", sagt sie der ZEIT. Sie sei durch ihr Scheitern 2004 in Athen "demütig wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen". Dadurch fühle sie sich reifer und bewusster. "Es lebt sich gut damit", sagt die 30-Jährige, die als Fernsehkommentatorin zu den Olympischen Spielen in Peking fährt.

Van Almsick sagt, sie sei durch den Sport geformt worden: "Die, die ich heute bin, bin ich durch meinen Sport. Ich meine dabei nicht die Prominenz. Ich meine den Typ Mensch, der ich heute bin; ehrgeizig, sehr diszipliniert, verrückt, spontan, manchmal auch chaotisch."

Die Ex-Athletin erklärt, sie sei noch nicht sicher, ob sie an der Eröffnungsfeier der Spiele teilnehmen werde, was sie "eigentlich" geplant habe: "Eigentlich heißt, dass ich es aufgrund der Geschehnisse in Tibet noch nicht abschließend entschieden habe." Sie forderte dazu auf, den Tibet-Konflikt nicht zu übersehen: "Ich finde, dass man schon Zeichen setzen muss. Mich ärgert nur, dass das wieder zulasten von Leuten geht, die eigentlich nur ihren Sport machen wollen."

Van Almsick hat nach dem Karriereende das Schwimmen praktisch aufgegeben: "Vor ungefähr einem Jahr war ich mal in einem Freibad", sagt die junge Frau, die mit ihrem Lebensgefährten und Vater ihres Sohnes in Heidelberg lebt.

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Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 17 vom 17. April 2008 
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