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"Postkarten-Idylle ist das eine, Realität das andere"

Berlin (ots) - 82 Prozent der 14- bis 29-Jährigen, die auf dem Land wohnen, schätzen ihren Wohnort. Das ergab eine aktuelle Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Deutschen Bank. Trotzdem zieht es viele in die Städte. Was junge Menschen brauchen, um zu bleiben, darüber diskutierten Kathrin Funk, stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen Landjugend, und Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der "AGDW - Die Waldeigentümer", im Live-Talk auf innovationen-querfeldein.de.

62 Prozent der Deutschen wünschen sich laut TNS Infratest-Umfrage ein Leben auf dem Land. Doch oft habe die Vorstellung wenig mit der Wirklichkeit zu tun, waren sich die Talk-Experten einig, die sich am 4. April den Fragen der Portalbesucher stellten. "Postkartenidylle ist das eine, Realität das andere", erklärte Kathrin Funk. "Die Karriereaussichten sind auf dem Land eingeschränkt. Gäbe es mehr Arbeits-, Ausbildungs- und Betreuungsplätze und wäre es einfacher, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von A nach B zu kommen, würden viele Jugendliche auf dem Land bleiben - oder nach dem Studium liebend gern zurückkommen."

Es sei ein Irrglaube, sagte Philipp Freiherr zu Guttenberg, dass man mit Kulissenschieben den ländlichen Raum retten könne: "Wir müssen im ländlichen Raum wirtschaften und arbeiten können. Und den Menschen, die dort wohnen, etwas bieten - auch und vor allem jungen Familien." Die Herausforderung für Unternehmen, Kommunen, Verbände, Politik und Bürger dabei sei, so die Experten, gemeinsam und generationsübergreifend Strukturen vor Ort zu wahren und gleichzeitig das Angebot insbesondere für Jüngere zu verbessern. Kathrin Funk: "Es muss miteinander gedacht und gemacht werden."

Lokale Unternehmen umwerben die Jungen

Angesichts des drohenden Fachkräftemangels sei mehr unternehmerisches Engagement für Jüngere gefragt, betonte Philipp Freiherr zu Guttenberg: "Viele Familienunternehmen übernehmen bereits ganz selbstverständlich Verantwortung für ihre Mitarbeiter - das liegt auch in ihrem eigenen Interesse. Wenn sie Mitarbeiter binden wollen, müssen sie mehr bieten als einen Job. Auch die Rahmenbedingungen spielen eine große Rolle." Attraktive Arbeitgeber in ländlichen Räumen seien beispielsweise die deutsche Forstwirtschaft und Holzindustrie mit über 1,2 Millionen Arbeitsplätzen. Die Energiewende habe zudem im Bereich der Biomasse zu einem "Schub von Arbeitsplätzen" geführt: "Das wird noch zu wenig beachtet."

Informationen müssen fließen - auch auf dem Land

Ein weiteres Thema des Live-Talks: leistungsfähige Internetzugänge in ländlichen Regionen. "Der Breitbandausbau ist eine Grundvoraussetzung, um Unternehmen auf dem Land anzusiedeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen", sagte Philipp zu Guttenberg. Kathrin Funk plädierte außerdem dafür, das Engagement in der Jugendverbandsarbeit stärker zu honorieren. "Wer ehrenamtliche Strukturen erhalten will, muss Geld in die Hand nehmen." Vielerorts ließen sich Freizeitangebote für Jugendliche ohne freiwilligen Einsatz nicht aufrechterhalten.

Über innovationen-querfeldein.de

Innovationen-querfeldein.de ist das Themenportal zum Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen". 2014 würdigen die Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und die Deutsche Bank unter dem Jahresthema "Innovationen querfeldein" die 100 besten Projekte für die Gestaltung von ländlichen Regionen. Bewerbungen sind noch bis zum 30. April möglich. Mehr über den Wettbewerb unter: ausgezeichnete-orte.de.

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