VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger

VDZ Präsident Hubert Burda: "Printmedien im Umbruch brauchen politischen Flankenschutz"

Berlin (ots) - Kerngeschäft schützen und neue digitale Geschäftsfelder ausbauen sind die Schlüssel für den Erfolg in der Zukunft

"Die Verlage sind intensiv auf der Suche nach neuen Wegen. Auch wenn die Veränderungen des Geschäfts umwälzender denn je sind, zeichnen sich viele neue Chancen ab, und viele Verlage haben sie schon ergriffen", sagte der Präsident des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, Hubert Burda, zur Eröffnung der VDZ Zeitschriftentage in Berlin. Gerade in dieser Situation müsse die Politik die Medien unterstützen, insbesondere dürfe sie die Werbefreiheit nicht weiter einschränken. "Mich trifft der Schlag über die deutsche Enthaltung im EU-Ministerrat bei dessen Vorhaben, Zwangsinhalte bei Werbung verpflichtend zu machen, zum Beispiel beim Energieverbrauch elektrischer Geräte". Er forderte ferner, die Mehrwertsteuer auf Printmedien weiter zu reduzieren. Mit Blick auf die Diskussion um die Refinanzierung journalistischer Inhalte im Netz und die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht sprach sich Burda für mehr Transparenz im Netz aus: "Fair Search und Fair Share der Suchmaschinen müssen zu Standards wirtschaftlicher Zusammenarbeit im Netz werden."

Dass sich chancenreiche Wege aus der Krise abzeichnen, verdeutlichte auch eine auf den VDZ Zeitschriftentagen veröffentlichte Studie von VDZ und Booz&Company "Wege in die Zukunft - Geschäftsmodelle und Strukturen nach der Krise". Die intensiv diskutierte Studie zeigt deutlich die Veränderung auf den Märkten. Bedingt durch die Rückgänge im Anzeigengeschäft müsse sich die Branche nachhaltig auf strukturell niedrigere Umsatzniveaus einstellen. Die Autoren der Studie empfehlen den Verlagen daher, das eigene Kerngeschäft zu schützen. Das Printgeschäft werde noch lange Erfolgsgeschichten hervorbringen. Print werde auf absehbare Zeit die wirtschaftliche Basis bleiben, um Wachstum und Investitionen finanzieren zu können. Um die Profitabilität des Printgeschäfts zu erhalten, sollten die Verlage ihre Umstrukturierungen in Verlag und Redaktionen weiter vorantreiben, Portfoliobereinigungen unwirtschaftlicher Titel und weitere Kostenoptimierungen durchführen. Dies bedeute auch geringere Umsätze zugunsten einer höheren Profitabilität in Kauf zu nehmen.

Die Studie empfiehlt den Verlagen, konsequent neue Geschäftsfelder, vor allem in digitale Wachstumsfelder aufzubauen. Signifikante Potenziale gebe es vor allem in der Online-Werbung, dem E-Commerce und den digitalen Dienstleistungen, weniger beim Paid Content. In diese Richtung weisen auch die Pläne der Verlage, die ihren Anteil der Digitalumsätze von derzeit 15 Prozent auf 25 Prozent im Jahr 2012 steigern wollen.

In den anschließenden Diskussionsrunden zeigten sich die beteiligten Verlagsmanager einig, dass die Anstrengungen der Verlage vor allem im Vertriebsgeschäft erste Früchte tragen. Als Beispiel wurden die Verbesserungen des Presseverkaufs im Einzelhandel genannt.

Die Zeitschriftentage am 16. und 17.11.2009 mit der Publishers` Night und der Preisverleihung der Goldenen Victoria in diesem Jahr unter anderem an Michail Gorbatschow sind einer der Höhepunkte im Kalender der Medienwirtschaft. Morgen, am Dienstag, spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Zeitschriftenverlegern. Weitere Vorträge und Diskussionen widmen sich nicht nur der Zukunft der Geschäftsmodelle, sondern auch den politischen Rahmenbedingungen wie etwa den Leistungsschutzrechten.

Die Zeitschriftentage können auch im Internet verfolgt werden: www.zeitschriftentage.de

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