VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger

VDZ-Zeitschriftentage: Playdoyer für Toleranz, eine freie Presse und weniger Regulierung

Berlin (ots) -

   Chefredakteure warnen vor Überregulierung und Eingriffe in die
   redaktionelle Kompetenz / EU-Parlamentarier Brok verteidigt  
   Lissabon-Vertrag 

Die Gegensätze prallten bei der traditionellen großen Podiumsdiskussion am zweiten Tag der VDZ-Zeitschriftentage hart aufeinander. Während Euro-Skeptiker Dr. Peter Gauweiler die Notwendigkeit des Lissabon-Vertrages gleich in mehrfacher Hinsicht in Frage stellte, warnte Elmar Brok, Mitglied des Europäischen Parlaments, vor populistischen Kritikszenarien an der EU: "Den Anforderungen der Globalisierung und der veränderten weltpolitischen Koordinaten werden wir ohne die Grundlage des Lissabon-Vertrags nicht gerecht. Darüber hinaus ist das kritisierte Einstimmigkeitsverfahren bei 27 Mitgliedsstaaten unrealistisch - das funktioniert nur mit Mehrheitsentscheid." Im Gegensatz dazu kritisierte Wirtschaftswoche-Chefredakteur Roland Tichy den immer stärkeren Einfluss der EU: "Bedrohungsszenarien rechtfertigen nicht automatisch ein solches Konstrukt wie den Lissabon-Vertrag. Meine Bürgerrechte jedenfalls möchte ich nicht eingeschränkt sehen - von daher halte ich es auch für angebracht, immer den Normalfall zum Ausgangspunkt zu nehmen und nicht potenzielle Extremszenarien." Auch Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Chefredaktion Stern, kritisiert die bereits jetzt vorhandene Beeinträchtigung der Presse: "Zensuren, Werbeverbote und Einflussnahmen bis hin zu redaktionellen Inhalten gefährden die Pressefreiheit. Ich appelliere daher an meine Kollegen, gemeinsam eine europäische Charta für Pressefreiheit auf den Weg zu bringen:"

Zuvor hatte Telekom-Chef René Obermann vor den Zeitschriftenverlegern bekräftigt, das Thema Datenschutz akribisch aufzuarbeiten: "Wir bekennen uns zum verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Datenschutz. Der PC ist für uns der Inbegriff der Privatsphäre. Hier sind wir in hohem Maße sensibiliert." Zugleich bot er den Verlegern an, bei der Realisierung neuer digitaler Geschäftsfelder zusammenzuarbeiten. Die Telekom selbst verstehe sich nicht als Produzent eigener Inhalte: "Wir sind kein Medienhaus, sondern verstehen uns vielmehr als Systemintegrator. Sie, die Verlage und Medienhäuser mit ihrer unabhängigen Recherche sind ein Leistungsversprechen an die Konsumenten."

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