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Viel Geld, wenig Qualität: Hausärzteverband missbraucht Monopolstellung in Sachen Hausarztverträge

Wuppertal (ots) - Anlässlich des 32. Deutschen Hausärztetages erneuert die BARMER ihre Kritik in Sachen Hausarztverträge (§ 73b SGB V). "Offensichtlich glaubt der Hausärzteverband aufgrund seiner Monopolstellung, die grundsätzlich gute Idee der Hausarztverträge als Honorarvermehrungsinstrument missbrauchen zu können", erklärt der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Dr. Johannes Vöcking. Die hausarztzentrierte Versorgung sei jedoch nicht der Dukatenesel für den Hausärzteverband. Honorarforderungen von mehr als 40 Prozent ohne einen entsprechend erkennbaren qualitativen Gegenwert verhinderten geradezu den Abschluss sinnvoller Verträge.

Unter hausarztzentrierter Versorgung verstehe die BARMER versorgungsgerechte Verträge, die den Versicherten eine leitliniengestützte Behandlung garantieren. Diese müssten zu mehr Versorgungsqualität auch durch eine bessere Abstimmung zwischen Haus- und Fachärzten sowie zwischen ambulant und stationär führen. Gute Arbeit müsse selbstverständlich auch mit gutem Geld honoriert werden. Im Interesse der Versicherten verbieten sich jedoch Hausarztverträge, bei denen der Profit der Mediziner im Mittelpunkt stehe und eben nicht eine bessere Versorgung. Von Innovationen und einer Weiterentwicklung der hausärztlichen Versorgung sei beim Hausärzteverband wenig zu sehen. Auch die Politik des Hausärzteverbandes ist für Vöcking mit Grund, von einer neuen Bundesregierung eine grundsätzliche Überarbeitung der hausarztzentrierten Versorgung zu fordern. "Die unflexiblen und monopolfördernden Regelungen im § 73b SGB V stehen dem Leitgedanken für mehr Wettbewerb und einer besseren Patientenversorgung diametral entgegen."

Vorstellbar seien so genannte Add-on-Verträge zur Ergänzung der bisherigen Versorgung. Vöcking möchte das aber nicht als grundsätzliche Absage an den Hausärzteverband verstanden wissen. "Unsere Hand für gute Verträge, für Nachhaltigkeit und mehr Qualität bleibt nach wie vor ausgestreckt. In die Hände von Verbänden, die ihre Monopolstellung für nicht nachvollziehbare Honorarforderungen nutzen, begeben wir uns allerdings nicht."

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