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junge Welt: Ostdeutsche Tageszeitung schafft Expansion in den Westen/ Tageszeitung junge Welt erstmals im gesamtdeutschen Pressehandel

Berlin (ots) - Seit dem 23. April gibt es die in Berlin erscheinende Tageszeitung junge Welt erstmals bundesweit im Pressehandel. Um dies logistisch möglich zu machen, eröffnete die Verlag 8. Mai GmbH, in der die Zeitung erscheint, neben dem angestammten Druckstandort in Berlin einen zweiten im hessischen Dreieich bei Frankfurt am Main. Dadurch werden ab sofort etwa 1.500 Einzelverkaufsstellen in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich zusätzlich beliefert.

Möglich wurde diese Entscheidung, weil die Tageszeitung junge Welt entgegen allen Trends in den letzten Jahren die verkaufte Auflage vor allem im Einzelhandel steigern konnte. Für Dietmar Koschmieder, Geschäftsführer des Verlages, ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass es genügend Nachfrage für ein gutgemachtes journalistisches Printprodukt auf dem deutschsprachigen Markt gibt. Um das Produkt bekannter zu machen, hat der kleine unabhängige Verlag eine sechsstellige Summe in Werbemaßnahmen investiert. Möglich wurde das durch einen Kredit der Genossenschaft, der Mehrheitseigentümer des Verlages. Noch wichtiger aber schätzt der stellvertretende Chefredakteur Stefan Huth das Engagement der Leserinnen und Leser ein, die die Kampagne tatkräftig unterstützen: "Sie helfen dabei, die Ausgabe zum ersten Mai gezielt an 200.000 Menschen zu verteilen, um die Zeitung bekannter zu machen. Ansonsten beträgt die Auflage zwischen 20.000 und 25.000 Exemplare."

Die Tageszeitung junge Welt ist damit das einzige überregionale Printprodukt, das aus dem Osten der Republik stammt und sich im Westen etablieren konnte. In der DDR war sie eine Zeitung für junge Menschen von 14 bis 18 Jahre. Das hat sich geändert: junge Welt wird von Menschen aus allen Alters- und Sozialschichten gelesen. "Was sie eint, ist die Kritik an bestehenden Verhältnissen und die Lust auf Veränderung", meint Dietmar Koschmieder. Die Zeitung ist ihrem linken Standpunkt treu geblieben - trotzdem wird der nationale und internationale Kioskvertrieb von Newspaper Impact organisiert, einem Unternehmen der Axel Springer SE. "Sie lügen wie gedruckt. Wir drucken, wie sie lügen" ist der zentrale Werbespruch der Zeitung. "Diesen Spruch gab es lange vor dem Lügenpressegeschrei der Pegida-Anhänger", betont Stefan Huth. Die Aussage wende sich nicht pauschal gegen Medien und Politik - allerdings gegen Demagogen aus der AFD und rechten Strukturen. Trotz dieser Klarstellung haben es einige Medien abgelehnt, Anzeigen und Radiospots der jungen Welt gegen Bezahlung zu schalten. Koschmieder nennt das eine Art von Zensur und Wettbewerbsverzerrung, reagiert trotzdem gelassen: "Werbemillionen stehen uns sowieso nicht zur Verfügung. Das machen wir aber durch das Engagement unserer Leserinnen und Leser wett."

Die Tageszeitung junge Welt wurde 1947 in Berlin gegründet. 1995 sollte sie eingestellt werden. Betriebsrat und Belegschaftsmitglieder führten die Zeitung dann aber in Eigenregie weiter. Zur finanziellen Sicherung wurde die Genossenschaft LPG junge Welt eG gegründet, die Mehrheitseigentümerin der Verlag 8. Mai GmbH ist.

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