Kuratorium Deutsche Altershilfe

Wege aus der Depression im Alter

Wege aus der Depression im Alter
Cover ProAlter 3/2015: Wege aus der Depression im Alter: Aufklären, stärken und beraten / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/pm/8187 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Kuratorium Deutsche Altershilfe"

Köln (ots) - Die Volkskrankheit Depression ist Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von ProAlter. Das KDA will über das Tabuthema aufklären, Lösungsansätze aufzeigen und Betroffene stärken.

Rund vier Millionen Menschen sind in Deutschland von einer Depression betroffen, jüngere ebenso wie ältere. Im Alter kommen allerdings für die Diagnose und Behandlung einige erschwerende Faktoren hinzu: Die Abgrenzung zwischen Depression und Demenz kann aufgrund ähnlicher Symptomatik eine große Herausforderung sein, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe Ulrich Hegerl. Außerdem seien ältere Menschen mit Depression besonders suizidgefährdet. Bei Männern über 75 Jahre sei das Suizidrisiko fünfmal höher als im Durchschnitt der Bevölkerung, sagt Ulrich Hegerl.

Obwohl depressive Störungen neben den Hirnleistungsstörungen zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter zählen, sei die Qualität der Versorgung niedrig, kritisiert der Düsseldorfer Psychiater Martin Haupt. Mangelnde Diagnostik und wirksame Behandlung seien unter anderem auf die symptomatischen Besonderheiten zurückzuführen. Auf diese müssten die behandelnden Ärzte besonders achten, denn häufig klagen ältere Menschen beim Arztbesuch eher über somatische als psychische Leiden.

Eine angemessene Versorgung ist aber nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen und die Mitarbeitenden in der Altenhilfe wichtig. Sie sind in ihrem (Arbeits-) Alltag im Umgang mit depressiv Erkrankten einem besonders hohen Druck ausgesetzt. Denn Menschen mit Depression verlangen oft unbewusst nach einem Gegenüber, das der Depression standhält und sich nicht zurückzieht. Welche Prozesse hierbei ablaufen, erklärt der Experte für gerontopsychiatrische Pflege Christian Müller-Hergl. Pflegende und Angehörige müssten lernen, für die eigene seelische Gesundheit zu sorgen und eine sozial bezogene Autonomie zu entwickeln. Um sich selbst vor einer Depression zu schützen, benötigen sie eine hohe Widerstandsfähigkeit, die so genannte Resilienz. Die Resilienztrainerin Sabine Horn weiß, wie Pflegekräfte bei der Selbstwahrnehmung und -pflege unterstützt werden können und gibt praktische Tipps.

Auch Hartmut Radebold musste lernen mit seiner Depression umzugehen. Der 80-Jährige gilt als Begründer der deutschsprachigen Psychotherapie Älterer und ist einer der Pioniere der Kriegskinderforschung. Mit Mitte 50 begann er eine Eigenanalyse und stellte sich seiner Traumatisierung als Kriegskind. Denn die Erinnerungen sind in sein "Gedächtnis eingeätzt", sagt Hartmut Radebold im Interview mit ProAlter. Weitere Informationen zu Themen und Texten sind unter http://www.proalter.de/ zu finden.

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) entwickelt seit mehr als 50 Jahren im Dialog mit seinen Partnern Lösungskonzepte und Modelle für die Arbeit mit älteren Menschen und hilft, diese in der Praxis umzusetzen. Es trägt durch seine Projekte, Beratung, Fortbildungen, Tagungen und Veröffentlichungen wesentlich dazu bei, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. ProAlter, das unabhängige Fachmagazin des KDA, bietet allen, die sich beruflich, ehrenamtlich oder privat mit Fragen des Älterwerdens beschäftigen, wertvolle Anregungen und Impulse für ihre Arbeit. Ein Abonnement kostet 30,90 Euro, ein Einzelheft 6,90 Euro.

Pressekontakt:

Dagmar Paffenholz
Telefon: +49 221 931847-10

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