Fuldaer Zeitung

FZ: "Heil Trump!" Kommentar der Fuldaer Zeitung (Montagausgabe) zu Trump/Charlottesville:

Fulda (ots) - Wütend wurde der Mann auf dem Golfplatz nicht. Feuer hat er auch nicht gespuckt. Der amerikanische Präsident Donald Trump reagierte an seinem Ferienort Bedminster nur zögerlich auf die rechte Gewalt inCharlottesville. Da hatten Mitglieder seiner Partei längst scharfe Kritik geübt an den schweren Ausschreitungen der Ultrarechten. Und die Reaktion Trumps blieb dann auch sehr gemäßigt, indem er nur die Gewalt im Allgemeinen verurteilte, aber verschwieg, von wem sie ausging bei der größten Kundgebung der US-Rechtsextremen seit Jahrzehnten. Denn die blutige Tragödie in Charlottesville liegt in der Verantwortung seiner Wähler, die sich mit Hitlergruß und "Heil Trump" begegneten und mit Ku-Klux-Klan-Symbolen keinen Zweifel an ihrer Radikalität aufkommen ließen. Da wurde auch schon mal billigend in Kauf genommen, dass es tödlich und mit schweren Verletzungen endet, wenn ein Rechter sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten lenkt. Schlimm, aber Trump will es sich mit Amerikas Rechten nicht verscherzen, weil er auf ihre Unterstützung zählt. Und entschuldigt das Geschehen mit dem Versuch seiner extremen Anhänger, die Geschichte ihres Landes "zu ehren". Was für ein Land ist das noch? Und was für ein Präsident? Ob die Rechten ihn retten können, wenn die amerikanische Gesellschaft endlich aufwacht und begreift, dass sie einen engstirnigen Egomanen an die Spitze ihre Landes gebracht hat, der jederzeit den Erdball in ein atomares Schlachtfeld verwandeln kann, ist fraglich. Bis jetzt hat das demokratische System der USA nicht ausgereicht, um den Fehler einer Wahl zu korrigieren, deren Ergebnis vermutlich mithilfe russischen Einflusses zustande kam. Die Folgen dieser Wahl werden immer deutlicher sichtbar. Die übelste Konsequenz ist fraglos die maßlose emotionale Auseinandersetzung mit dem ebenfalls schwer psychopathischen Machthaber von Nordkorea, Kim Jong Un, mit der sich beide unter einen verhängnisvollen Handlungsdruck setzen. Aber auch die Haltung Trumps bei den verstörenden Bildern von Charlottesville zeigen, dass er unfähig ist für das Amt eines Präsidenten, der über parteipolitischen Interessen stehen muss, wenn es gilt, den inneren Frieden im Land zu sichern. Man fragt sich, wie lange das noch gut - nein, besser schlecht - geht. Vielleicht muss man jetzt angesichts der hilflosen und willfährigen Politiker auf die Generäle zählen, die einst viel Unheil in den USA und der Welt angerichtet haben, jetzt aber zur letzten Hoffnung werden könnten.

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