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"Schily. Macht. Ordnung. - Wie der Innenminister Staat macht" - Das Erste zeigt am 27. Mai Porträt von Otto Schily
Das Erste, Montag, 27. Mai 2002, 21.45 Uhr bis 22.30 Uhr

    Köln (ots) - Als des Kanzlers neue Minister 1998 im Bundestag
vereidigt wurden, raunte Joschka Fischer dem Weggefährten Otto Schily
zu: "Kneif' mich mal, ich glaub', ich träume". Otto Schily,
Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, war schließlich an der
Spitze angekommen, nach einem bewegtem und spannendem Leben.
    
    Der Sohn eines Fabrikdirektors verteidigte als brillanter Advokat
den damaligen Linksextremisten Horst Mahler und die Terroristin
Gudrun Ensslin. Er trieb im Flick-Ausschuss die Spitzenpolitiker
Strauß und Kohl in die Enge (Kohl: "Der Mann ist ein Verderber des
Staates"). Heute ist er die kompromisslose Verkörperung staatlicher
Autorität, der Mann mit der metallischen Stimme, der Mann für Recht
und Ordnung. Vom Linksanwalt zum Rechtsanwalt?
    
    Schröders "Roter Sheriff" sichert dem Kanzler die rechte Flanke.
Selbst die BILD-Zeitung himmelt ihn an: "Ihr starker, schweigsamer
Blick, Ihre Stimme, die niemals laut wird, wenn Sie vor Zorn beben...
Sie sind der vitalste Krieger". Nach den Anschlägen vom 11. September
peitschte Schily neue Anti-Terror-Gesetze durch den Bundestag, ein
unangefochtener Staats-Anwalt, sehr zum Kummer der Unionsparteien.
Doch dann, im Verfahren gegen die NPD, fiel Schatten auf Schily.
Opposition und Medien attackierten vehement seine Amtsführung - bis
hin zur Rücktrittsforderung.
    
    Im Ministerium regiert der erste sozialdemokratische Innenminister
der Bundesrepublik hart, zuweilen gnadenlos. Privat entspannt er am
Flügel, liebt Novellen von Luigi Pirandello, schwärmt für Landschaft
und Küche der Toscana, wo er ein Landhaus besitzt.
    
    Das ARD/WDR-Porträt zeichnet den "politischen" und den "privaten"
Otto Schily, seine Entwicklung ("Nur Idioten ändern sich nicht") und
seinen Standort in den innenpolitischen Debatten. Redaktion Ulrike
Schweitzer
    
    Ein Porträt von Jürgen Thebrath, Robin Lautenbach und Marcel
Kolvenbach
    
ots Originaltext: WDR
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