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ARD-Magazin "plusminus": Jobs vom Arbeitsamt zu sittenwidrigen Bedingungen

    Köln (ots) - Die Arbeitsämter verbessern ihre
Arbeitslosen-Statistik bundesweit unter anderem durch die Vermittlung
in sittenwidrige Beschäftigungsverhältnisse. Dies berichtet heute
Abend das ARD-Wirtschaftsmagazin "plusminus" (21.55 Uhr, im
"Ersten"). Nach Recherchen des WDR liegen die Löhne bis zu 50 Prozent
und mehr unter Tarif bzw. einem üblicherweise gezahlten Gehalt.
Arbeitsgerichte wie auch der Bundesgerichtshof haben derartige
Beschäftigungsverhältnisse bereits für Sittenwidrigkeit erklärt.
    
    WDR-Recherchen im Bereich des Landesarbeitsamtes
Berlin/Brandenburg ergaben, dass selbst Beschwerden der Arbeitnehmer
bei den Ämtern nicht fruchteten. Zugleich bestätigte der
Referatsleiter des Landesarbeitsamtes, Christian Gärtner, dass
bereits die Vermittlung "gesetzlich verboten ist. Die Mitarbeiter
wissen, dass sie solche Arbeitsverhältnisse nicht vermitteln dürfen."
Mit den WDR-Recherchen konfrontiert, wollte er jedoch nicht
ausschließen, dass dies in der Praxis immer wieder vorkomme.
    
    Ein Besuch auf der Internet-Seite der Bundesanstalt für Arbeit
ergab sogar reihenweise Vermittlungsangebote mit Dumping-Löhnen in
fast allen Bundesländern. So wurde eine Stelle als Kfz-Mechaniker in
Kiel für einen Brutto-Lohn von rund 1000 Euro angeboten. Der von den
Arbeitsgerichten als Maßstab festgelegte statistische Normallohn
beträgt jedoch 2300 Euro. Ein Fleischergeselle in Berlin sollte für
900 Euro arbeiten statt einem üblichen Brutto-Lohn von 2300 Euro.
    
ots Originaltext: WDR
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Detlef Flintz
Redaktion "plusminus"
Tel. 0173/5469165

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