WDR Westdeutscher Rundfunk

Unterwegs zur Familie Mann
Drei Begleitfilme in WDR und NDR-Fernsehen zum ARD-Dreiteiler "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" von Heinrich Breloer und Horst Königstein

    Köln (ots) -
    
    Teil 1: "Die Kinder des Zauberers"
    Sendung: 22.12.2001, 23.00 Uhr - WDR Fernsehen
              23.12.2001 - 11.30 Uhr - NDR Fernsehen
    
    Teil 2: "Das Monstrum"
    Sendung: 27.12.2001 - 23.00 Uhr - WDR Fernsehen
              30.12.2001 - 11.30 Uhr - NDR Fernsehen
    
    Teil 3: "Das verschwiegene Haus"
    Sendung:  29.12.2001 - 23.00 Uhr - WDR Fernsehen
                06.01.2002 - 11.30 Uhr - NDR Fernsehen
    
    
    In drei 90-Minuten-Dokumentationen entfalten Heinrich Breloer und
Horst Königstein den Kosmos der Familie Mann. Interviews, Dokumente
und Spielszenen variieren und vertiefen die Erzählschwerpunkte des
ARD-Dreiteilers "Die Manns". Immer wieder kreisen die Filme ihre
Gegenstände und Gesprächspartner ein - das bisher Ungesagte ist das
Ziel. Es gibt Treffen mit wunderbaren Weggefährten der Manns, die oft
am Ende ihres Lebens stehen und mit bemerkenswerter Altersradikalität
letzte Lebensgeheimnisse preisgeben. Aus über 40 dieser Begegnungen
haben die Autoren einen "Chor" montiert, der in einer durchlässig
gewirkten, biografisch-chronologischen Reihung Haupt- und
Nebengeschichten der ungewöhnlichen Familie Mann darbietet.
    
    Der Fundus besteht aus etwa 140 Stunden Dokumentation, die Breloer
und Königstein in den Jahren der Vorbereitung auf das Fernsehspiel,
den "Roman" zum Leben der Familie Mann, auf der ganzen Welt zusammen
getragen haben.
    
    
    Teil 1: "Die Kinder des Zauberers"
    Sendung: 22.12.2001, 23.00 Uhr - WDR Fernsehen
              WH -  28.12.2001 - 6.30 Uhr
              23.12.2001 - 11.30 Uhr - NDR Fernsehen
    
    Angeleitet von Elisabeth Mann Borgese macht sich der Film auf die
Reise in das System der Familie Mann. In Gesprächen mit Elisabeth,
Golo und Monika Mann und unter Verwendung von Dokumenten mit Erika
und Katia Mann entsteht ein Kaleidoskop, das sich immer wieder neu
zusammensetzt und dennoch nie das Zentrum verliert - der geliebte und
gefürchtete Vater. Er besetzt das Geheimnis der Familie; seine
Strahlen erleuchten die geliebten Kinder - Erika und Elisabeth - und
lassen die anderen im Halbschatten - Klaus - oder gar völlig im
Dunkel stehen - Golo, Monika und Michael. Das Bild des Vaters wird in
den drei Begleitfilmen immer wieder neu gestaltet - und er rückt
dabei dem Zuschauer immer näher, in seinen Widersprüchen und in
seiner Fehlbarkeit, in seiner Größe und seiner Tragik.
    
    
    Teil 2: "Das Monstrum"
    Sendung: 27.12.2001 - 23.00 Uhr - WDR Fernsehen
                                  WH 30.12.2001 - 6.30 Uhr
    30.12.2001 - 11.30 Uhr - NDR Fernsehen
    
    Der zweite Teil des dokumentarischen Begleitprojekts zeigt den
Dichter Thomas Mann in Bewegung - sein Exil dient der Definition des
Feindbildes Hitler. Thomas Mann verlässt seine abgeschiedene
Arbeitszimmer-Situation. Er mischt sich ein. Der berühmte
Arbeitstisch mit den "Sächelchen", die seine Fantasie entzünden, geht
auf "Wanderschaft" - bis nach Amerika. Stationen dieser Reise
spiegeln sich über Begleiter und Beobachter: die Musikanten und
Schauspieler von Erikas "Pfeffermühle"-Kabarett, die Sekretäre Konrad
Kellen und Hilde Kahn-Reach, der Neffe Klaus Pringsheim, der Student
und angehende Schriftsteller Charles Leslie, der Germanist Harold von
Hofe. Wie sieht die Arbeitssituation im Exil aus? Wer fördert den
Dichter in Amerika? Konnte man sich in den respektgebietenden
Senatorensohn verlieben? Wie organisierte Katia das Leben in der
Fremde und wie hielt sie die Familie zusammen, die buchstäblich in
den Krieg zog? "Das Monstrum", so nennt Katia ihren anstrengenden
Mann im Scherz gegenüber der Sekretärin Hilde Kahn.

    Besondere Aufmerksamkeit schenkt der Film dem Enkel Frido Mann,
der von seiner Liebe zum "Opa" erzählt - und von Situationen, da er
aus der Gunst fiel.
    
    
    Teil 3: "Das verschwiegene Haus"
    Sendung:  29.12.2001 - 23.00 Uhr - WDR Fernsehen
                WH 31.12.2001 - 6.30 Uhr
                06.01.2002 - 11.30 Uhr - NDR Fernsehen
    
    Entlang der Begegnung mit Thomas Manns langjähriger Sekretärin in
Amerika, Hilde Kahn, erzählen die Autoren eine unerwiderte
Liebesgeschichte zwischen Sekretärin und Dichter. Die Wiederbegegnung
mit dem Haus von Thomas Mann in Pacific Palisades wird zu einer
Zeitreise für die intelligente und einfühlsame Hilde Kahn, die,
vertrieben aus Deutschland und um ihre beruflichen Chancen für immer
betrogen, mit der Arbeit in der Nähe des "Zauberers" einen kleinen
Trost vom Leben zugespielt bekam. Eingefügt in den Verlauf dieser
12-jährigen Arbeitssituation wird das Leben einer einfachen jüdischen
Sekretärin im amerikanischen Exil, ihr Kampf ums Überleben, ihre
Begegnungen mit den großen Autoren und ihre Beobachtungen im Hause
Mann erzählt.

    Sie berichtet von Erika, Klaus und Monika - von der Todessehnsucht, die diese - ihrer Meinung nach - verzogenen Kinder kultivieren. Sie entdeckt eine Art "Edelantisemitismus". als sie - lange nach dem Tod des Dichters - die Aufgabe hat, einen Teil der Tagebücher abzuschreiben. Sie erlebt Eifersüchteleien und die Todesfälle: Klaus, Heinrich, Nelly; sie hört, wie die Frage, ob Thomas Mann nach Deutschland zurückkehren kann, in der Familie diskutiert wird; sie bereitet die ersten Reisen in das zerstörte Deutschland vor - die Reisen nach Frankfurt und Weimar; Weimar liegt im Schatten des immer noch betriebenen Lagers Buchenwald, in dem jetzt Verfolgte des SED-Regimes festgehalten werden, die sich von Thomas Mann ein aufrüttelndes Wort erhoffen.

    Die letzten Lebensjahre brechen an. "Königliche Hoheit" wird verfilmt, die Liebesgeschichte von Katia und Thomas. Der 70. Geburtstag Katias wird begangen; eine letzte Zärtlichkeit mit einem amerikanischen Tänzer in Holland wird geschildert; Abschied von Lübeck. Und dann, nach dem Tode des Dichters, die Versuche der Nachkommen, einen eigenen Lebensplatz zu besetzen. Erst ist Erika die Sprecherin der Familie, nach ihrem Tod wechselt diese Rolle zu Golo Mann. Und am Ende dieser Reihe steht Elisabeth Mann-Borgese, die bislang geschwiegen hatte und nun mit dem Projekt "Die Manns" den Zugang zu ihrer Familienwelt geöffnet hat.     

    RedaktionEnno Hungerland     

    
ots Originaltext: WDR
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