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Samstag, 4. Dezember 2010
18.20 bis 18.50 Uhr
hier und heute: Nur nicht in die Nachbarschaft

Düsseldorf (ots) - hier und heute: Nur nicht in die Nachbarschaft - Wohin mit den Sexualstraftätern?

Eine hier und heute-Reportage von Erika Haas und Marion Försching

Die Bewohner der Kleinstadt Werl gehen eigentlich ziemlich gelassen mit Straftätern um, sind es gewohnt, Freigänger der JVA auf der Straße zu treffen. Aber der Angriff des Sexualstraftäters in Duisburg auf ein 10jähriges Mädchen regt die Werler richtig auf. Vor kurzem erst war der Mann aus der Sicherungsverwahrung der JVA Werl entlassen worden. Seit Mai dieses Jahres sind 11 gefährliche sicherungsverwahrte Straftäter vom Oberlandesgericht Hamm auf freien Fuß gesetzt worden, der letzte vor einem Tag.

Ein entlassener Sexualstraftäter ist in Werl geblieben. Er ist in ein Haus gezogen, das an zwei Grundschulen und einem Kindergarten gelegen ist. Der Schulweg der Kinder führt direkt an dem Gebäude vorbei. Es gehört - jedenfalls zu einem großen Teil - einem Mann, der ehrenamtlich Straffällige betreut und ihnen wie auch den sicherungsverwahrten Straftätern in der JVA das Angebot macht, Wohnraum zu vermieten.

Der Sexualstraftäter wird rund um die Uhr bewacht von Polizisten, die eine Wohnung direkt neben ihm bezogen haben. Das ist anstrengend für die Polizisten und teuer für den Steuerzahler. Besorgniserregend ist es für die Mitbesitzerin und Bewohnerin des Hauses, die drei kleine Kinder hat, die sie nicht mehr aus den Augen lässt. Auch die Eltern der Grundschulkinder sind nach dem Duisburger Vorfall alarmiert und wollen auf keinen Fall zulassen, dass weitere ehemals sicherungsverwahrte Sexualstraftäter in das Haus ziehen. Das hält auch der Bürgermeister von Werl für "nicht verkraftbar". Aber auch die Straftäter sind verunsichert und haben Angst vor den Reaktionen der Werler Bevölkerung.

Redaktion Dorothee Pitz

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