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WDR Fernsehen: Interview mit Altbundespräsident Richard von Weizsäcker
"Aktuelle Stunde", 18.50 bis 19.30 Uhr
WDR Fernsehen

    Köln (ots) - Altbundespräsident Richard von Weizsäcker hat den amtierenden Bundespräsidenten Johannes Rau vor den Angriffen im Zusammenhang mit der Düsseldorfer Flugaffäre in Schutz genommen. Bei Rau gehe es nicht um Lüge oder um unehrenhafte Ehrenworte, sagte von Weizsäcker gegenüber dem WDR Fernsehen.

    Während Mitglieder der Bundesregierung die Flugbereit-schaften der
Luftwaffe und des Bundsgrenzschutzes nutzten könne man
Ministerpräsidenten mit ähnlich großer Verant-wortung nicht einfach
an die Lufthansa und Staus auf unseren Straßen verweisen.
    
    "Dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen vorzuwerfen, dass
er Schwierigkeiten hatte, seine unendliche Terminfülle in diesem
bevölkerungsreichsten Bundesland einigermaßen verantwortlich
wahrnehmen zu können, das finde ich nicht nur wirklichkeitsfremd
sondern auch unredlich."
    
    Mit Blick auf das Verhalten von Altkanzler Helmut Kohl in der
CDU-Spendeaffäre sagte von Weizsäcker, er sei tief beunruhigt. "Wenn
die persönliche Ehre ins Feld geführt wird, um den Bruch des Eides
auf die Verfassung und den Verstoß gegen Gesetze zu tarnen, ist das
keine Ehre, sondern Unehre."
    
    Von Weizsäcker kritisierte außerdem den FDP-Fraktionsvor-sitzenden
im hessischen Landtag, Jörg-Uwe Hahn, der sich am Wochenende hinter
Ministerpräsident Roland Koch, CDU, gestellt hatte. "Eine Lüge als
handwerklichen Fehler zu bezeichnen ist blanker Moralzynismus, nur um
der Macht willen."
    
    
    Auszüge aus dem Interview in der Aktuellen Stunde ab 18.50 Uhr.
Das ganze Interview heute um 21.47 Uhr im WDR Fernsehen.
    
    
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