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Doss: Nicht den Nikolaus kriminalisieren - Frau Künast!

    Berlin (ots) - Zu den Überlegungen im Bundesministerium für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, das
Produktinformationssystem für sog. "lose Ware" zu verschärfen,
erklärt der mittelstandspolitische Sprecher der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. h.c. Hansjürgen Doss MdB:
    
    Verbraucherschutzministerin Künast denkt derzeit darüber nach, die
Kennzeichnungsbürokratie für deutsche Backstuben kräftig auszuweiten.
Die bisher nur für Fertigpackungen vorgeschriebene Zutatenliste und
die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums soll künftig auch für
"lose" angebotene Lebensmittel eingeführt werden. Eine Schale mit
verschiedenen Weihnachtsplätzchen in einer Konditorei würde dann
einen Beipackzettel wie bei einem blutdrucksenkenden Arzneimittel
erforderlich machen. Wird ein Plätzchen aus der Sortimentschale
herausgenommen oder die Backmischung geändert, würde der Konditor
künftig gegen geltendes Recht verstoßen.
    
    Bei Einführung einer Zutatenliste würde eine simple Café-Karte
künftig vom Umfang her auf Kochbuchstärke anwachsen. Die an den
Kuchentheken in den Cafés notwendig werdenden umfangreichen
Zutatenlisten wären so groß, dass die Kunden vor lauter Listen die
Schwarzwälder Kirschtorte nicht mehr sehen könnten. Die Zutatenliste
für eine Torte oder eine Pralinenmischung erreicht schließlich sehr
schnell 25 - 30 Zutaten.
    
    Ist die Zutatenliste für ein Konditoreiprodukt erst einmal
festgelegt, so würde jede Veränderung auf der Rohstoffseite eine
erneute zeit- und kostenaufwendige Überarbeitung der Listen
erforderlich machen. Änderungen bei den Vorprodukten sind aber in
jeder Konditorei an der Tagesordnung. Häufig entscheidet erst der
morgendliche Einkauf auf dem Großmarkt darüber, welche Rohstoffe am
gleichen Tag verarbeitet werden. Jeder Konditor entwickelt im Laufe
seines Berufslebens bestimmte rezeptmäßige Spielarten desselben
Erzeugnisses. Diese Freiheit, seine Ware verfeinern zu dürfen, gehört
zu den Stärken seines Handwerks, die nicht durch rot-grüne
Kennzeichnungsbürokratie gefährdet werden dürfen!
    
    Eine Konditorei lebt vom schnellen Umschlag frisch hergestellter,
zum baldigen Verzehr bestimmter Waren. Für jeden Kunden einer
Konditorei ist es selbstverständlich, dass die dort angebotenen
Sahne- und Cremeerzeugnisse leicht verderbliche Erzeugnisse sind. Was
hat es überhaupt für eine Sinn, an jedes Konditorei-Erzeugnis ein
Schild mit dem Haltbarkeitsdatum aufzustellen, zumal die
entsprechenden Schilder täglich neu geschrieben werden müssten. Das
wäre ein wahrer Schildbürgerstreich!
    
    Mit zusätzlichen und überzogenen Deklarationspflichten würden
insbesondere im Konditoren-Handwerk handwerkliche Vielfalt und
Flexibilität unmöglich gemacht. Die Kreativität des Warenangebotes in
einer Konditorei bliebe zugunsten eintöniger Dauersortimente auf der
Strecke. Unverhältnismäßig hoher Schreib- und Kontrollaufwand würde
kostentreibend wirken und die Konditoren dazu zwingen, einen weiteren
Teil ihrer Arbeitskraft für administrative Tätigkeiten zu binden, die
dann für die Herstellung eines frischen und abwechslungsreichen
Warenangebotes nicht mehr verfügbar wäre.
    
    
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