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Schiewerling: "Qualifizierung vor Zuwanderung" ist der richtige Weg

Berlin (ots) - Die Bundesregierung befasst sich intensiv mit dem Fortschrittsbericht 2013 zu ihrem Fachkräftekonzept. Dazu erklärt der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Karl Schiewerling:

Der Fortschrittsbericht weist den Höchststand von 42,2 Millionen Erwerbstätigen im dritten Quartal 2013 aus. Dies belegt eindrucksvoll, dass wir bereits vieles an Aktivierung und Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt erreicht haben. Auch im Kampf gegen den drohenden Fachkräftemangel sind wir auf dem richtigen Weg - ohne bereits am Ziel angekommen zu sein.

Der Forschungsbericht weist drei wesentliche Fakten aus: Zum einen haben die unionsgeführten Koalitionen in den vergangenen Jahren nicht nur die richtigen Lösungsansätze aufgezeigt. Die Maßnahmen haben in der realen Praxis des Arbeitsmarktes bereits gewirkt. Dies spiegelt beispielsweise die positive Beschäftigungsentwicklung der Frauen und der älteren Arbeitnehmer wider. Zudem muss der Grundsatz "Qualifizierung vor Zuwanderung" noch stärker gelebt werden. Und drittens verdeutlichen gerade die beiden Gruppen Frauen und ältere Arbeitnehmer die Notwendigkeit, noch gezielter und intensiver bestimmte Zielgruppen in den Fokus weiterer Anstrengungen zu nehmen.

Sorge bereitet uns jedoch, dass vielen Unternehmen der drohende Fachkräftemangel noch gar nicht bewusst ist. Für nur 42 Prozent der Mittelständer ist der Fachkräftemangel einer der größten Sorgen. Und dabei hat schon jeder zweite Unternehmer durch den Fachkräftemangel erhebliche Umsatzeinbußen, in der Summe von 31 Milliarden Euro, hinnehmen müssen. Unternehmen und Wirtschaft sind aufgefordert, für mehr Ausbildung und Qualifizierung zu sorgen. Und dabei sollten auch gerade Ältere und Langzeitarbeitslose stärker in den Blick genommen werden. Mit knapp 1 Millionen langzeitarbeitslosen Menschen haben wir noch ein erhebliches Potential, welches wir nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Die Politik schafft die Voraussetzungen für mehr und gute Arbeitsplätze in den Unternehmen. Mit den von der Unions-geführten Bundesregierung beschlossenen fünf Sicherungspfaden ist die notwendige Basis für eine gute Fachkräfte-Entwicklung gelegt. Aus Sicht von CDU und CSU müssen dabei einige Grundsätze beachtet und von Wirtschaft und auch Gesellschaft in die Praxis übertragen werden. Ein wesentlicher Punkt ist dabei der Grundsatz "Qualifizierung vor Zuwanderung". Wir müssen zunächst die Potenziale der Menschen fördern, stärken und nutzen, die bereits in Deutschland leben. Qualifizierung ist dabei nicht allein eine staatliche und politische Aufgabe. Qualifizierung ist vielmehr eine besondere Verantwortung und Verpflichtung der Wirtschaft, der Unternehmen und Betriebe sowie ihrer Sozialpartner.

"Qualifizierung vor Zuwanderung" bedeutet zudem, dass wir uns der Verantwortung innerhalb von Europa bewusst machen. Einerseits benötigen wir eine offene Willkommenskultur für benötigte Fachkräfte von außen. Andererseits müssen wir uns eines zweiten Effekts klar sein: Eine hohe Zuwanderungsquote von Fachkräften nach Deutschland bedeutet gleichsam eine hohe Auswanderungsquote von Fachkräften aus anderen EU-Ländern. Dort werden dann u.U. Problemlagen geschaffen, deren Lösung am Ende und indirekt wiederum zu Belastungen für uns selbst führen könnte.

Zu jenen Grundätzen zählt ebenso, Frauen verbessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen, um ihre Potenziale noch verstärkter einzusetzen. Eine weiter verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dafür unerlässlich. Die Union hat dies seit vielen Jahren erfolgreich und mit besonderen Initiativen auf den Weg gebracht. Es gehört jedoch auch zu den Grundsätzen der Union, dass dies nicht zu einem gegenseitigen Ausspielen von Beruf einerseits und von Familie und insbesondere Kindern andererseits führen darf. Förderung von Frauen im Berufsleben darf unter der Betrachtung von Fachkräftepotenzialen erst recht nicht zu einer maßregelnden Bewertung von Lebensentwürfen führen. Erziehungsleistung für Kinder ist mindestens gleichranging zu Erwerbsarbeit!

Auch in der Potentialgruppe der Älteren sollte Politik besondere Umsicht walten lassen. Gerade angesichts der erfreulicherweise steigenden Beschäftigungsbereitschaft für erfahrene Arbeitnehmer und den damit verbundenen großen Chancen für die Fachkräftesicherung sollten Änderungen im Rentensystem sehr behutsam und auf ihre Langfristwirkung geprüft werden. Frühverrentungsanreize sind genau die falschen Signale, die der Fachkräftemarkt für die kommenden Jahrzehnte benötigt.

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