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Merz: Die Würde des Menschen ist unantastbar

Berlin (ots) - In der morgigen Ausgabe der Wetzlarer Zeitung erscheint folgende Kolumne des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz MdB: Der Text ist frei. "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." So steht es in Art. 1 des Grundgesetzes. Erst kürzlich begann ein neues Jahrtausend. Wir sind mit großen Hoffnungen und Erwartungen über die Schwelle vom 20. ins 21 Jahrhundert getreten. Neue Herausforderungen gilt es zu bestehen. Immer engere wirtschaftliche Beziehungen rund um den Globus, neue Informations- und Kommunikationstechnologien geben uns die begründete Hoffnung, den Wohlstand der Menschheit mehren und moderneren Zeiten entgegengehen zu können. Das 21. Jahrhundert soll, so die weitläufige Meinung, in jeder Hinsicht besser sein als das vergangene - rationaler, aufgeklärter und progressiver. Dabei sollten wir aber nicht die wichtigsten Grundsätze über Bord werfen und nicht aus den Augen verlieren, wer wir sind und woher wir kommen. Zwei weitreichende Entscheidungen in unseren europäischen Nachbarländern lassen vor diesem Hintergrund aufhorchen. Erst kürzlich hat das britische Unterhaus ein Gesetz verabschiedet, das Forschern den Weg zum Klonen von Embryonen-Stammzellen ebnet. Ziel der Gesetzesänderung soll es sein, embryonale Zellen für die medizinische Forschung zu nutzen. Der Weg vom therapeutischen zum reproduktiven Klonen ist nicht weit: Großbritannien könnte weltweit das erste Land werden, in dem das Klonen menschlicher Zellen erlaubt wird. Der Albtraum der Züchtung von Menschen scheint in greifbare Nähe zu rücken. Wenn Staatsminister Nida-Rümelin Embryonen die Menschenwürde schlichtweg abspricht, zeigt das schlaglichtartig, dass die Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens, die aus der unveräußerlichen Würde jedes einzelnen Menschen folgt, offensichtlich nicht mehr Allgemeingut ist. Wir laufen Gefahr, dass der Mensch zum bloßen Objekt von Forschungs- und Wirtschaftsinteressen wird. Die zweite Entscheidung: Ende letzten Jahres hat das niederländische Parlament mit großer Mehrheit ein neues Euthanasie-Gesetz angenommen. Sollte auch der Senat in unserem Nachbarland dem Gesetz zustimmen, werden die Niederlande das erste Land der Welt sein, in dem es einen legalen und geregelten Weg zur Tötung durch den Arzt gibt. Beim Begriff "therapeutisches Klonen" wie auch beim Begriff "Euthanasie" lohnt es sich zu fragen, was eigentlich gemeint ist. Beim sog. "Therapeutischen Klonen" wird menschliches Leben "erzeugt" und gleich wieder getötet, um es zu "verbrauchen". Der Begriff "Euthanasie" kommt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie "guter Tod". Die Kirchen sprechen in diesem Zusammenhang von aktiver Sterbehilfe, die nichts anderes als die absichtliche Tötung eines Menschen darstelle. Aus unserer eigenen Geschichte wissen wir, dass die Nationalsozialisten mit diesem Begriff die Ermordung wehrloser Patienten umschrieben. Machen wir uns nichts vor: Wir stehen in Europa vor einem Kulturbruch. Anstatt alte, gebrechliche oder todkranke Menschen zu pflegen, ihre Schmerzen zu lindern und sie im Sterben zu begleiten, soll die Möglichkeit eröffnet werden,sie einzuschläfern und den Zeitpunkt des Sterbens zu bestimmen. Wir dürfen nicht der Versuchung erliegen, Anfang und Ende des menschlichen Lebens zu bestimmen. Beides steht außerhalb menschlicher Verfügung. Es ist Allgemeingut unserer christlich-abendländische Kultur, dass ein Menschenleben unantastbar ist. Wir sollten am Auftrag unseres Grundgesetzes festhalten ots Originaltext: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Pressestelle Tel.: (030) 227-52360 Fax: (030) 227-56660 Internet: http://www.cducsu.bundestag.de E -Mail: fraktion@CDUCSU.Bundestag.de Original-Content von: CDU/CSU - Bundestagsfraktion, übermittelt durch news aktuell

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