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Böhmer: Zivildienst hat eine Zukunft

    Berlin (ots) - Auf einem Hearing der Konrad-Adenauer-Stiftung zur
Zukunft des Zivildienstes am 28. Juni 2000 in Berlin erklärte die
Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr.
Maria Böhmer MdB:
    
    Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist gegen eine weitere Verkürzung
des Zivildienstes. Schon die von Rot-Grün beschlossene Verkürzung der
Dienstzeit von 13 auf 11 Monate zum 1. Juli 2000 führt zu schweren
Einbußen in der Versorgung und bringt große organisatorische Probleme
mit sich. So wird zum Beispiel befürchtet, dass der Einsatz als
Rettungssanitäter gefährdet ist, da allein die Ausbildung in diesem
Bereich meist 3 bis 5 Monate dauert.
    
    Die Union steht zur allgemeinen Wehrpflicht und zum Zivildienst.
Wehrpflichtige und Zivildienstleistende leisten wertvolle Beiträge
für die Sicherheit und die soziale Ausgestaltung unserer
Gesellschaft. Sie haben es verdient, daß man ihren Einsatz und ihr
großes Engagement im Dienste aller ernst nimmt. Ihre Interessen
dürfen nicht einer verqueren Ideologie oder dem Rotstift geopfert
werden!
    
    Eine Abschaffung des Zivildienstes und der Ersatz durch fest
angestellte Arbeitskräfte oder der Aufbau von Freiwilligendiensten,
wie Bündnis 90/Die Grünen auf ihrem Parteitag beschlossen haben, sind
keine Lösung. Es ist offenkundig, dass eine notwendige Versorgung
nicht über die - nicht planbare - Rekrutierung von Freiwilligen
sichergestellt werden kann. Die Verlässlichkeit des staatlich
organisierten zivilen Ersatzdienstes mit bekannten Stärkezahlen ist
unentbehrlich für eine fortdauernde menschenwürdige Versorgung der
Betroffenen.
    
    Ein soziales Pflichtjahr für alle jungen Männer und Frauen
einzuführen, wäre verfassungsrechtlich problematisch. Wir lehnen das
ab. Wegen ihres hohen Engagements in der Familie brauchen wir die
jungen Frauen nicht zusätzlich zu einem Dienst zu verpflichten. Jedes
freiwillige Engagement gilt es zu fördern, nicht jedoch einen
"Zwangsdienst" dazu. Der sensible soziale Bereich der Pflege und
Betreuung erfordert hohe fachliche Qualifikation und große
menschliche Zuwendung. Dazu kann man aber niemanden
zwangsverpflichten.
    
    Das Freiwillige soziale Jahr sowie das Freiwillige ökologische
Jahr müssen neben dem Zivildienst ausgebaut werden. Dort sollte die
Bundesregierung endlich mehr Stellen für engagierte junge Menschen
finanzieren. Im Bereich der sozialen Dienste müssen vor allem
Ehrenamtlichkeit und Nachbarschaftshilfe gestärkt werden.
    
    Freiwillige Dienste sind zunehmend auch im europäischen Rahmen
gefragt. Hier gilt es, rasch klare Regelungen zu schaffen. Viele
junge Leute haben großes Interesse daran. Es ist verdienstvoll, dass
kirchliche und karitative Organisationen zur Zeit gemeinsam an einer
entsprechenden Initiative arbeiten.
    
    Wir müssen nicht nur fragen, wie junge Leute sich einbringen
können. Ich sehe hier auch ein großes Feld für Ältere, die sinnvolle
Aufgaben wahrnehmen wollen. Ältere helfen Älteren: Sie können etwa
mit Besuchsdiensten - ergänzend zur Arbeit von Sozialstationen und
Altersheimen - helfen, der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken,
Angehörige und Pflegekräfte unterstützen. Menschlichkeit ist gefragt!
    
    Es kann nicht richtig sein, daß der Zivildienst in Deutschland
keine Zukunft mehr haben soll. Schon jetzt sind mehrere zehntausend
Plätze für Zivis nicht besetzt (von rund 188.000 bundesweit).
    
    Die Erfahrungen zeigen, dass gerade der Zivildienst geeignet ist,
junge Menschen auf Dauer für soziale Aufgaben zu gewinnen. Dies
Potential müssen wir weiterhin nutzen. Der Zivildienst macht auch in
Zukunft noch guten Sinn.
    
    
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