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Börnsen: Bücherverbrennung - erst stirbt das Buch, dann der Mensch

    Berlin (ots) - Anlässlich des 75. Jahrestages der Bücherverbrennung am 10. Mai erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB:

    Zwischen dem 10. Mai und dem 21. Juni 1933 vernichtete das menschenverachtende Regime der Nationalsozialisten in einer großen Inszenierung in öffentlichen Bücherverbrennungen zehntausende Werke verfemter Autoren. Dies war der Auftakt einer noch nie da gewesenen Zerstörung eines ungeheuer großen geistigen und kulturellen Reichtums, es war der Anfang der Auslöschung jeglicher Meinungs- und Denkfreiheit.

    Auf den "Schwarzen Listen" standen Namen wie Walter Benjamin, Bertold Brecht, Alfred Döblin, Albert Einstein, Heinrich Heine, Franz Kafka, Erich Kästner, Heinrich und Klaus Mann. André Gide, Ernest Hemingway, Jack London, Maxim Gorki oder Leo Trotzki - auch ihre Werke wurden als entartet klassifiziert und fielen der Bücherverbrennung zum Opfer. Autoren und Publizisten wurden verfolgt- auch ermordet, hatten Publikationsverbot.

    Heute wissen wir, dass ein Regime, das sich nicht scheut, Literatur zu vernichten, Autoren zu verfolgen oder ins Exil zu treiben, dem die kulturelle Vielfalt seines Landes nichts wert ist, sondern alles Denken "gleichschalten" will, auch vor staatlich organisiertem Mord nicht zurückschreckt. Auch heute gibt es Publikationsverbote in zahlreichen Ländern der Welt, werden Literaten oder Journalisten mit Denkverboten belegt, verfolgt, sogar ermordet. Die bittere Erfahrung, die wir in Deutschland mit der Diktatur der Nationalsozialisten gemacht haben, verpflichtet gerade uns, dafür zu sorgen, dass das Recht auf Meinungsfreiheit, dass seit 1948 in der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" durch die UNO und seit 1950 in der "Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten" festgeschrieben ist, überall auf der Welt Geltung bekommt.

    Dazu gehört auch, auf den 10. Mai aufmerksam zu machen, ihn nicht der Vergessenheit anheim zu geben. Nur wenn wir uns und andere an diese Gräueltaten und ihre Bedeutung erinnern, können wir Maßstäbe für die Einhaltung der Meinungsfreiheit setzen. Die Erinnerung lehrt uns, dass sich solches nicht wiederholen darf. Daher gebührt insbesondere der Aktion der Akademie der Künste mit Bundespräsident Horst Köhler und dem Akademiepräsidenten Klaus Staeck am 9. Mai, dem Vorabend des Jahrestages der Bücherverbrennung, große Anerkennung: "Literatur auf dem Scheiterhaufen, der Geist im Feuer" - diese Gedenkveranstaltung schlägt die Brücke zwischen damals und heute. Sie erinnert an die Verfemung der Dichter im Dritten Reich und mahnt, dass auch heute die Meinungsfreiheit nicht selbstverständlich ist. In diesem Sinne wollen wir alle daran mitwirken, dass sich diese Freiheit immer mehr auf der Welt durchsetzt.

    Diese Aufforderung muss auch zur Konsequenz haben, dass das Thema "Bücherverbrennung" in den Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen unseres Landes auf der Tagesordnung bleibt und Jahr für Jahr aktualisiert wird.

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