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Falk/Schiewerling: Vorbeugen statt "Hartzen"

    Berlin (ots) - Anlässlich der fraktionsoffenen Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Thema "Familien in sozial schwierigem Umfeld" am 15.1.2008 erklären die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ilse Falk MdB, und der Berichterstatter, Karl Schiewerling MdB:

    Damit die Arbeit "vor Ort" mit aufsuchenden Hilfen für Familien erfolgreich sein kann, müssen bereits vorhandene Strukturen wirkungsvoll vernetzt und fehlende Strukturen aufgebaut werden. Es ist sinnvoller, finanzielle Mittel in frühe Hilfen zu investieren, als später für "Reparaturen" zu zahlen. Über die Hilfe für die Kinder kann in vielen Fällen auch eine Veränderung in der Lebenseinstellung bei den Eltern erreicht werden.

    Notwendig sind daher gute finanzielle und personelle Ausstattung der Jugendarbeit und der Jugendeinrichtungen vor Ort. Für die Kommunen rechnet sich das: Kinder aus dem Sozialhilfetransfer zu holen und zu einer Ausbildung und einer Erwerbsarbeit zu verhelfen, kostet in der Phase der Unterstützung, entlastet die sozialen Sicherungssysteme aber auf Dauer. Also: "Vorbeugen statt "Hartzen"!

    Schätzungsweise 2,6 Millionen Menschen in Deutschland leben in der sogenannten "ererbten Sozialhilfe", das heißt, sie leben in zweiter und dritter Generation ausschließlich von staatlichen Transferleistungen. Viele dieser Menschen haben sich in einem Leben - finanziert von staatlicher Unterstützung - eingerichtet und haben jeden Ehrgeiz und jede Fähigkeit verloren, ihre Situation zu verbessern.

    Vertreterinnen und Vertreter verschiedener kirchlicher Hilfsprojekte aus Hamburg, München und Berlin und der Caritas Frankfurt sowie der Leiter einer Förderschule aus Bochum-Wattenscheid schilderten Lebenssituation und Perspektiven dieser Familien an Fallbeispielen. Besonders betroffen sind Kinder aus diesen Familien: Sie erleben staatlichen Transfer als langfristige und absolute Lebensnormalität. In ihrer jungen Lebenswirklichkeit haben sie nie kennen gelernt, dass Eltern oder Großeltern, Freunde oder Bekannte morgens zur Arbeit gehen und so das Einkommen für sich und ihre Familie sichern. So leben sie zum einen in der Gefahr, den apathischen Lebensstil ihrer Eltern nachzuleben, zum anderen gehören sie oft zu den Bildungsarmen. Bildung ist aber die wesentliche Grundlage für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe.

    Hier muss Hilfe ansetzen, die als Hilfe zur Selbsthilfe wirkt und anders aussehen muss als eine bloße finanzielle Steigerung der Sozialtransfers. Um das Vererben eines Lebens abhängig von Sozialtransfers wirkungsvoll zu verhindern und funktionierende Netzwerke der Erziehungsverantwortung dort zu sichern, wo und solange Eltern selbst dieser nicht gerecht werden, brauchen wir mehr aufsuchende Strukturen, die auf die Familien zugehen und sie im Alltag stärken. Die Angebote müssen niederschwellig sein, um so auch die Eltern in sozial schwierigen Milieus für die Arbeit mit ihren Kindern zu gewinnen.

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