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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-Politbarometer 1 im Mai 2002
Weiterhin knappe Mehrheit für Schwarz-Gelb
Schröder wieder deutlich vor Stoiber

    Mainz (ots) - Nach dem Parteitag der Grünen können sich diese in
der politischen Stimmung in Deutschland verbessern, während die Union
im Vergleich zur Situation unmittelbar nach der Sachsen-Anhalt-Wahl
verliert:
    
    CDU/CSU 42 Prozent (April 2: 45 Prozent). Die SPD liegt
unverändert  bei 33 Prozent. Bündnis90/Grüne 9 Prozent (April 2: 7
Prozent), FDP unverändert 10 Prozent, PDS unverändert 4 Prozent.
    
    Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, dann würden
die aktuellen Überzeichnungen nicht so stark zum Tragen kommen und
längerfristige Überzeugungen und taktische Überlegungen eine größere
Rolle spielen. An unserer Projektion hat sich im Vergleich zu Ende
April nichts geändert. "Wenn am nächsten Sonntag wirklich Wahl wäre",
ergäbe sich folgendes Bild: SPD 36 Prozent, B'90/Grüne 6 Prozent,
CDU/CSU 41 Prozent, FDP 8 Prozent, PDS 5 Prozent. Damit würden Union
und FDP weiterhin über eine knappe Mehrheit im Bundestag verfügen.
    
    Auf die Frage, wen hätten Sie lieber als Bundeskanzler, hat sich
der Abstand zwischen Schröder und Stoiber wieder vergrößert, nachdem
er sich unmittelbar nach der Wahl in Sachsen-Anhalt verringert hatte.
Jetzt nennen 51 Prozent (+4) Gerhard Schröder, und 41 Prozent (-1)
Edmund Stoiber, 8 Prozent wollen sich hierbei nicht festlegen.
    
    Auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland
(Durchschnittswerte auf einer Skala von -5 bis +5) bleibt Joschka
Fischer mit 1.8 (-0.1) klar an der Spitze. Danach folgen Gerhard
Schröder 1.2 (+0.2), Angela Merkel 1.0 (+0.2), Otto Schily 0.9
(+0.2), Edmund Stoiber 0.8 (+0.2), Guido Westerwelle ebenfalls 0.8
(+0.2), Hans Eichel ebenfalls 0.8 (+ 0.2), Renate Künast 0.3 (-0.1),
Gregor Gysi -0.5 (-0.2), Rudolf Scharping -1.4 (-0.1).
    
    Die Forderung der IG Metall, die Löhne um 6,5 Prozent zu erhöhen,
wird von 61 Prozent aller Deutschen als zu hoch abgelehnt, 32 Prozent
finden diese angemessen und für 2 Prozent ist das zu wenig. Selbst 51
Prozent der Gewerkschaftsmitglieder halten die Tarifforderung der IG
Metall für zu hoch (angemessen: 41 Prozent, zu niedrig: 5 Prozent).
    
    Ein eventueller Tarifabschluss in Höhe von rund 4 Prozent würde
nach Meinung von 25 Prozent aller Befragter der Entwicklung der
wirtschaftlichen Lage in Deutschland schaden, gleich viele erwarten
daraus eine Verbesserung der Wirtschaftsentwicklung und für die
Meisten (41 Prozent) würde ein solcher Abschluss kaum Auswirkungen in
dieser Hinsicht haben (weiß nicht: 10 Prozent).
    
    Die Umfragen zum "Politbarometer" wurden wie immer von der
Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews
wurden in der Zeit vom 6. bis 9. Mai 2002 unter 1.014 zufällig
ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist
repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in ganz
Deutschland. Fehlertoleranz bei den großen Parteien 3,0
Prozentpunkte, bei den kleineren rund 1,6 Prozentpunkte.
    
    Das nächste "Politbarometer" sendet das ZDF am Freitag,
    31. Mai 2002, nach dem "heute-journal".
    
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