ZDF-Politbarometer Januar II 2013 / SPD legt zu - Union verliert / FDP profitiert nicht von gutem Niedersachsen-Ergebnis

ZDF-Politbarometer Januar  II  2013 /
SPD legt zu - Union verliert / 
FDP profitiert nicht von gutem Niedersachsen-Ergebnis
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre... Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF"
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Mainz (ots) - Politbarometer-Projektion: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 41 Prozent und würde damit - nach ihrem Rekordergebnis Anfang Januar - jetzt einen Punkt abgeben. Die SPD könnte zulegen auf 29 Prozent (plus 1). Dagegen bliebe die FDP, auch nach ihrem guten Abschneiden bei der Landtagswahl in Niedersachsen, im Bund weiter bei 4 Prozent und wäre damit aktuell nicht im Bundestag. Die Linke erhielte 6 Prozent, die Grünen 13 Prozent und die Piraten 3 Prozent, alle unverändert. Die sonstigen Parteien erreichten zusammen konstant 4 Prozent. Neben einer großen Koalition hätte damit nur eine Koalition aus CDU/CSU und Grüne oder aus SPD, Grüne und Linke eine Mehrheit.

Erwartungen Bundestagswahl: Auch mit Blick auf den Ausgang der Bundestagswahl in rund acht Monaten glauben mit 50 Prozent bzw. 57 Prozent die meisten Befragten, dass es weder für eine Regierung aus CDU/CSU und FDP noch für eine Regierung aus SPD und Grünen reichen wird. Nur 39 Prozent erwarten im September eine parlamentarische Mehrheit für Schwarz-Gelb (weiß nicht: 11 Prozent) und 33 Prozent für Rot-Grün (weiß nicht: 10 Prozent).

Bei der Wahl in Niedersachsen haben viele der CDU nahestehende Wähler die FDP gewählt. Dass dies auch bei der Bundestagswahl der Fall sein wird, glauben 34 Prozent, 59 Prozent gehen dann nicht davon aus (weiß nicht: 7 Prozent). Insgesamt 15 Prozent und 22 Prozent der CDU/CSU-Anhänger würden eine solche Unterstützung der FDP befürworten, 46 Prozent aller Befragten und 41 Prozent der CDU/CSU-Anhänger lehnten das ab, und 36 Prozent (alle Befragte) sowie 34 Prozent (CDU/CSU-Anhänger) wäre das egal.

FDP: In dieser Woche hat die FDP beschlossen, mit einem Führungsduo aus Philipp Rösler als Parteivorsitzendem und Rainer Brüderle als Spitzenmann in den Bundestagswahlkampf zu gehen. Die Erwartungen an dieses neue Führungsduo sind sehr zurückhaltend: nur 19 Prozent glauben, dass es mit Rösler und Brüderle an der Spitze für die FDP jetzt aufwärts gehen wird, mit 53 Prozent rechnen die meisten mit keinen größeren Auswirkungen, und 17 Prozent sagen, mit dieser Aufstellung wird es für die Partei abwärts gehen (weiß nicht: 11 Prozent). Im Einzelnen meinen nur 17 Prozent, es wirke sich für die FDP positiv aus, dass Philipp Rösler weiterhin Parteivorsitzender bleiben soll, aber 40 Prozent, es wirke sich negativ aus. Und Rainer Brüderle als Spitzenkandidaten finden 36 Prozent gut für die FDP, und 17 Prozent sagen, das sei schlecht. Jeweils etwas mehr als ein Drittel (Rösler: 37 Prozent; Brüderle: 36 Prozent) erwarten keine Effekte.

TOP TEN: Bei den aktuell zehn wichtigsten Politikerinnen und Politikern kann Bundeskanzlerin Angela Merkel, ebenso wie alle anderen auf der Top Ten Liste, zulegen. Auf der Skala von +5 bis -5 kommt sie jetzt auf einen hervorragenden Durchschnittswert von 2,5 (Jan.I: 2,4). Auf Platz zwei liegt Wolfgang Schäuble mit 1,8 (Jan.I: 1,5). Danach folgen Frank-Walter Steinmeier mit 1,2 (Jan.I: 1,0), Ursula von der Leyen mit 0,8 (Jan.I: 0,7) und Horst Seehofer mit 0,6 (Jan.I: 0,5). Mit einer deutlich verbesserten Bewertung von 0,6 (Jan.I: 0,0) kann Sigmar Gabriel zwei Plätze aufrücken und liegt damit vor Jürgen Trittin (Jan.I: 0,4) und Peer Steinbrück (Jan.I: 0,2), die jetzt beide mit 0,5 eingestuft werden. Im Negativ-bereich bleiben Guido Westerwelle mit minus 0,4 (Jan.I: minus 0,6) und Philipp Rösler, der mit minus 1,0 (Jan.I: minus 1,6) aber wesentlich weniger schlecht abschneidet als zuletzt.

K-Frage: Angela Merkel hat hier weiterhin einen großen Vorsprung vor dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, auch wenn sich nach dessen Einbruch Anfang Januar der Abstand etwas verringert. Nach 65 Prozent vor zwei Wochen sprechen sich bei der Frage, wen die Deutschen lieber als Bundeskanzler/in hätten, jetzt 62 Prozent für Angela Merkel aus und 29 Prozent für Peer Steinbrück (Jan.I: 25 Prozent), 9 Prozent äußern sich nicht (Jan.I: 10 Prozent). Unverändert sehr hoch fällt der Rückhalt Merkels bei den CDU/CSU-Anhängern aus (95 Prozent, Jan.I: 97 Prozent), von den SPD-Anhängern präferieren 66 Prozent Peer Steinbrück - nach 63 Prozent Anfang Januar.

Militäreinsatz in Mali: Seit kurzem beteiligt sich auch die Bundeswehr mit zwei Transportflugzeugen am internationalen Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land. 45 Prozent halten diesen Beitrag Deutschlands für gerade richtig, 36 Prozent sind der Meinung, Deutschland solle sich gar nicht daran beteiligen, und 15 Prozent fordern ein stärkeres Engagement, insgesamt 6 Prozent auch eine Beteiligung mit Kampftruppen.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 22. bis 24. Januar 2013 bei 1249 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Parteianteil von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Parteianteil von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 45 Prozent, SPD: 31 Prozent, FDP: 2 Prozent, Linke: 5 Prozent, Grüne: 13 Prozent, Piraten: 2 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 22. Februar 2013.

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