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Silvesterchaos der Berliner Feuerwehr kein \047Unglück\047
c\047t analysiert Zusammenbruch der Leitzentrale

    Hannover (ots) - In der Silvesternacht erlebte die Leitstelle der
Berliner Feuerwehr einen totalen Ausfall sicherheitsrelevanter
Rechner. Unglückliche Umstände spielen dabei weniger eine Rolle als
blindes Vertrauen und Leichtfertigkeit im Umgang mit
informationstechnischen Systemen, so das Ergebnis einer Analyse des
Computermagazins c't in der aktuellen Ausgabe 13/2000.
    
    Nach dem Ausfall des gesamten Feuerwehr-Informations-Systems brach
die Annahme der Notrufe zusammen. Außerdem wusste die Einsatzleitung
nicht mehr, wo in welcher Wache welches Fahrzeug stand. Vielfach
rückten gleich mehrere Einheiten aus, die nichts voneinander wussten
- an einer Einsatzstelle trafen mehr als 20 Fahrzeuge ein. Andernorts
bemühte sich die Polizei, Brände mit Wasserwerfern zu löschen. In
einem Fall lag eine Person beim Eintreffen schon eine Stunde leblos
auf dem Gehweg. Schließlich wurden Löschzüge und Rettungswagen auf
Streife geschickt, um nach Notfällen Ausschau zu halten. Einer
Katastrophe mit vielen Verletzten wären die amtlichen Helfer in der
Silvesternacht nicht gewachsen gewesen.
    
    Ein unabhängiges Gutachten gibt es bisher nicht. Der Berliner
Feuerwehrchef erklärte das Desaster in der Silvesternacht vor dem
Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Berliner
Abgeordnetenhauses als eine 'Verkettung mehrerer unglücklicher
Umstände'. c't kommt jedoch nach Auswertung interner
Untersuchungsberichte und eingehender Analyse der Abläufe bei der
Feuerwehr zu einem ganz anderen Schluss.
    
    Die Pannenliste beginnt schon bei der Konzeption und
Vorgeschichte. Die Software ist nie ordnungsgemäß und nachvollziehbar
dokumentiert worden, Zuständigkeiten im Bereich der
Leitstellentechnik waren entweder nicht klar festgelegt oder nicht
konsequent beachtet worden. "Der offizielle Bericht an den
Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses verharmlost zahlreiche
Mängel", erklärt c't-Redakteur Jürgen Kuri. "Der darin verwendete
Begriff 'Verkettung unglücklicher Umstände' ist eine Kapitulation vor
der Komplexität IT-gestützter Systeme."
    
    Bildmaterial:
    Das Titelbild der aktuellen c't-Ausgabe 13/2000 steht zum Download
bereit unter www.heise.de/presseinfo/bilder/ct/00/ct132000.jpg
    
ots Originaltext: c't-Redaktion
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