Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Zahl der festgestellten Tuberkulose-Infektionen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen steigt
BGW: Entwicklung neuer Impfstoffe wichtig

Bei der BGW eingegangene Meldungen des Verdachts auf eine berufsbedingte Infektion (meldepflichtige Fälle). (Grafik: BGW). Die Verwendung dieser Grafik ist nur im redaktionellen Zusammenhang mit dieser Pressemeldung unter Quellenangabe "BGW" gestattet und honorarfrei. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/77149 / Die Verwendung ...

Hamburg (ots) - Die Tuberkulose (Tbc) kommt in Deutschland zwar deutlich seltener vor als in vielen anderen Gegenden der Welt. Aber auch hierzulande ist das Infektionsrisiko nicht gebannt. So verzeichnet die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) steigende Infektionszahlen bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen. Das teilt sie anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März mit. In die Statistik der Berufsgenossenschaft fließen aktive Tuberkulosen und latente Infektionen ein. Wenn die Krankheit ausbricht, wird ihre Behandlung teilweise durch Resistenzen gegen die geläufigen Tbc-Medikamente erschwert. Bei der Prävention fehlt es an einem geeigneten Impfstoff.

2013 wurden der BGW insgesamt 543 Tuberkulose-Infektionen gemeldet - 2009 waren es 311 gewesen. In 160 Fällen ging es im vergangenen Jahr um eine aktive Tuberkulose (2009: 124 Meldungen), die übrigen 383 Meldungen betrafen latente Infektionen (2009: 187 Meldungen). "Zum Teil hängt die Zunahme der festgestellten Infektionen vermutlich mit verbesserten Diagnosemöglichkeiten zusammen", erläutert Prof. Dr. Albert Nienhaus, Tuberkulose-Experte der BGW. "Aber unabhängig davon zeigen die aktuellen Zahlen, dass die Tbc-Prävention ein wichtiges Thema für den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Gesundheitswesen ist."

Große Dienste könnte dabei ein wirksamer Impfstoff leisten. "Den gibt es aber bislang nicht", berichtet Nienhaus. "Hier ist dringend weitere internationale Forschungsarbeit erforderlich", so der Experte. "Dabei geht es nicht nur um den Schutz der Beschäftigten im Gesundheitswesen, sondern allein in Europa um die Prävention zigtausender Tbc-Erkrankungen, die erhebliche Behandlungskosten und großes menschliches Leid nach sich ziehen."

Die BGW selbst forscht gemeinsam mit dem Institut CVcare des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zu Tuberkulose-Infektionen bei Beschäftigten im Gesundheitswesen. Derzeit untersuchen die Wissenschaftler unter anderem das Erkrankungsrisiko nach einer Infektion. Weitere Informationen zu ihrer aktuellen Studie finden sich im Internet unter www.bgw-online.de, Suchstichwort: Tbc-Studie.

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Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über sieben Millionen Versicherte in mehr als 600.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

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