WDR Rundfunkrat

WDR-Rundfunkrat stärkt Beschwerdemanagement

Köln (ots) -

   - Der WDR-Rundfunkrat hat sich in seiner öffentlichen Sitzung 
     damit befasst, wie das Aufsichtsgremium und der Sender mit 
     Kritik und redaktionellen Fehlern umgehen. "Wir sehen Eingaben 
     und Beschwerden des Publikums auch als Chance, das Angebot des 
     WDR noch zu verbessern", betont die Rundfunkrats-Vorsitzende 
     Ruth Hieronymi. Auch das Instrument der "förmlichen 
     Programmbeschwerde", das nach dem WDR-Gesetz allen Bürgerinnen 
     und Bürgern offensteht, wenn sie Programmgrundsätze verletzt 
     sehen, sei Ausweis einer freiheitlichen Medienlandschaft und 
     einer lebendigen Demokratie. Das Gremium und besonders sein 
     Programmausschuss befasse sich ausführlich mit jedem Fall, 
     selbst wenn in der Regel die hohe gesetzliche Hürde der 
     Verletzung eines Programmgrundsatzes nicht als überschritten 
     angesehen werden könne. In den Beratungen der Gremien mit 
     Programmverantwortlichen des WDR entstünden aber häufig 
     konstruktive Vorschläge - sowohl für den Umgang mit 
     redaktionellen Fehlern als auch für den Dialog mit dem Publikum. 

Um seine Rolle im Beschwerdemanagement weiter zu stärken, beschloss das Gremium Anregungen zur anstehenden Novelle des WDR-Gesetzes. Künftig sollte im Gesetz das Recht verankert sein, in Fällen von Programmbeschwerden auch auf externe Expertise zurückgreifen zu können. Zudem plädiert das Gremium für die Möglichkeit, ähnlich wie im Petitionsrecht, Beschwerden zurückweisen zu können, wenn parallel Gerichtsverfahren anhängig sind.

Nach intensiver Vorarbeit hat der WDR-Rundfunkrat heute zehn formale Programmbeschwerden einstimmig abgelehnt. Alle stammten vom Verein "Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien", die seit Beginn der Ukraine-Krise zahlreiche Beschwerden bei verschiedenen Sendern einreicht. "Natürlich behandeln wir auch diese Beschwerden mit zum Teil kleinstteiligen Einzelfragen sehr sorgfältig", sagt Petra Kammerevert, Vorsitzende des Programmausschusses. "Programmgrundsätze waren aber in keinem Fall verletzt".

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