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Bayerisches Fernsehen Programm-Meldung: Programmänderung zum Tod von Winnie Markus Sonntag, 17. März 2002, 14.50 Uhr, Bayerisches Fernsehen

    München (ots) -
    
    "Liebesheirat" Deutscher Spielfilm von 1945, Buch und Regie: Theo
Lingen
    
    In der Nacht von Freitag auf Samstag, (9. März 2002), starb Winnie
Markus im Alter von 80 Jahren in München. Vor einigen Wochen war sie
während der Proben für die Boulevard-Komödie "Was zählt, ist die
Familie" an der "Kleinen Komödie" zusammengebrochen und ins
Krankenhaus eingeliefert worden. Die Vorstellung am Abend ihres
Todestages war ihr gewidmet, ihr galt der letzten Applaus und eine
Standing Ovation des Publikums.
    
    Zur Erinnerung an die "große Lady" des deutschen Films hat das
Bayerische Fernsehen am Sonntag, dem 17. März 2002, sein Programm
geändert und sendet den Film "Liebesheirat", eine ihrer schönsten
Komödien aus der Ufa-Zeit.
    
    Der für diesen Zeitpunkt vorgesehene Film "Freddy und das Lied der
Südsee" wird zu einem späteren Termin ausgestrahlt.
    
    Zum Film: Das frischgebackene Ehepaar Georg und lsabell Prax (Hans
Holt und Winnie Markus träumt von langen ungestörten Flitterwochen in
einem kleinen idyllisch gelegenen Häuschen in Oberbayern. Doch daraus
wird nichts. Georgs bester Freund Leo (Theo Lingen) und dessen
Freundin Pucki (Susi Nicoletti) platzen in das traute Glück zu zweit
und es stellt sich heraus, warum Georg so verlegen auf den Anblick
der liebreizenden Pucki reagiert. Getreu seinem Versprechen, immer
die Wahrheit zu sagen, gesteht Georg seiner Isabell, dass er Pucki
von früher kennt. Natürlich beteuert er, dass ihre Beziehung völlig
harmlos, völlig ohne Bedeutung gewesen sei. Doch Isabell kann und
will das ihrem Gatten nicht abnehmen. Kategorisch verlangt sie die
sofortige Abreise der vermeintlichen Rivalin. Georgs Versuch, dies
Pucki beizubringen, endet in einem Fiasko. Das Missverständnis wächst
sich zu einem veritablen Zerwürfnis aus. Isabell reist wutschnaubend
ab. Auch in der gemeinsamen Stadtwohnung geht der Krieg weiter. Man
lebt zwar unter einem Dach, aber in getrennten Zimmern. Isabell kehrt
an ihren Arbeitsplatz zurück, führt ihr Junggeselllinnendasein so als
existiere Georg überhaupt nicht. Ein Besuch von Leo und Pucki, die
Georg in seiner Verzweiflung zu Hilfe holt, bringt zwar kurzfristig
Entspannung, doch dann reitet Georg der Eifersuchtsteufel. In ihm
keimt der Verdacht, Isabell sehe in ihrem Chef (Erhard Siedel) mehr
als nur den Arbeitgeber.
    
    In der Rolle der gekränkten Ehefrau konnte Winnie Markus alle
Register ziehen. Zwischen Zärtlichkeit und Wut, zwischen Grande Dame
und verletztem kleinen Mädchen, gurrend vor Glück und schneidend vor
Hass, und dabei erzkomisch in ihrem "gerechten Zorn" ? sie beherrscht
die ganze Palette der Gefühle in diesem "mit treffender
Situationskomik und lockerem Spiel" aufwartendem Kinovergnügen.
    
    Zur Biografie: Die am 16. Mai 1921 in Prag geborene Schauspielerin
debütierte 1939 am renommierten Wiener "Theater in der Josefstadt",
dessen Ensemble sie bis 1945 angehörte. Bereits in ihrem ersten
Bühnenjahr wurde sie für den Film entdeckt. "Winnie Markus, vom Typus
und vom Spiel her eine ungewöhnliche Mischung aus bürgerlichem
Puritanismus und fraulicher Ausstrahlung" (Reclams deutsches
Filmlexikon) wurde 1942 durch Erich Engels Melodrama "Sommerliebe"
endgültig auch zum Kinostar. Zu ihren schönsten Rollen gehört die der
Zeitungsverkäuferin Christine in Peter Pewas' Film "Der verzauberte
Tag" (1944). Nach dem Krieg gründete sie mit Viktor de Kowa eine
eigene Filmgesellschaft, die 1946 mit "Sag' die Wahrheit" den ersten
mit britischer Lizenz produzierten Spielfilm auf den Markt brachte.
Als Schauspielerin eroberte sie das Rollenfach schöner gereifter
Frauen in Dramen und Komödien gleichermaßen. "Zwischen gestern und
morgen" (1947), "In jenen Tagen" (1947), "Morituri" (1948), "Es
begann um Mitternacht" (1950), "Was eine Frau im Frühling träumt"
(1959) waren ihre bekanntesten Filmtitel. Anfang der 60er Jahre zog
sie sich ins Privatleben zurück. Erst Anfang der 80er Jahre spielte
sie wieder Theater und fand in der ZDF-Sehserie "Zwei Münchner in
Hamburg" ein neues Publikum. 1986 wurde sie mit einem "Filmband in
Gold" für "ihre Verdienste um den deutschen Film" geehrte. 1992
spielte sie in dem Fernsehspiel "Wiedersehen in Kanada" an der Seite
von Howard  Carpendale und 2001 wurde sie am Berliner Volkstheater
gefeiert.  Es war einer ihrer letzten Auftritte in der
Öffentlichkeit.
    
    Am 29. März 20902 (Karfreitag), strahlt das Bayerische Fernsehen
um 19.00 Uhr den dramatischen Heimatfilm "Die Geierwally" aus, in dem
Winnie Markus die Magd Afra spielt, die blonde und schöne Rivalin der
hochfahrenden eigenwilligen Geierwally (Heidemarie Hatheyer) um die
Liebe des Bärenjosef.
    
    
    
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