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REPORT aus München
Wolffsohn: "Cohn-Bendit kein jüdisches Alibi für Joschka Fischer"

München (ots) - Zur Fragestunde im Bundestag am Mittwoch und zur Freundschaft Fischers zum Europa-Abgeordneten Daniel Cohn-Bendit äußerte sich heute der deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn gegenüber dem ARD Magazin Report aus München: "Cohn-Bendit und seine Zeitung der "Pflasterstrand" waren damals wild antizionistisch bzw. antiisraelisch. Die Tatsache, dass mein jüdischer Glaubensgenosse Herausgeber war ändert an dieser Tatsache nichts. Eine Schweinerei wird nicht dadurch koscher, dass der Koch Jude ist. Cohn-Bendit eignet sich nicht als jüdisches Alibi für Joschka Fischer, wie Staatsminister Volmer in der Fragestunde des Bundestages uns weismachen wollte. Wer zu Recht im Allgemeinen "gegen das Vergessen" ist, sollte weder mit unserer Vergesslichkeit noch Dummheit rechnen." Cohn-Bendit war Mitherausgeber des Frankfurter Szenemagazins "Pflasterstrand". Ludger Volmer, Staatsminister im Auswärtigen Amt, hatte in der Fragestunde des Bundestags als Beleg für Fischers israelfreundliche Haltung dessen Freundschaft zu Cohn-Bendit angeführt. Im Bundestag ging es um die Teilnahme Fischers an einer PLO-Propagandakonferenz in Algier im Jahr 1969. In der Schlußresolution dieser Konferenz unterstützten die Teilnehmer den Kampf gegen Israel bis zum "Endsieg". Volmer sagte dazu im Bundestag: "...dass zu dem Zeitpunkt, als diese Reise stattfand, Joschka Fischer mit Daniel Cohn-Bendit bereits befreundet war, und von daher (...) nie in die Gefahr geriet, anti-jüdisch oder anti-israelisch sich grundsätzlich zu positionieren." Diese Verteidigung Fischers steht im Gegensatz zu Cohn-Bendits Haltung gegenüber Israel in den 70er Jahren. Der Studentenführer schrieb 1975 mit Blick auf die linkszionistische Bewegung in Israel in seinem Buch "Der große Basar": "Es ist manchmal schwierig, sich die Nazi-Ideologie von der Herrenrasse vorzustellen - hier in Israel ist sie all gegenwärtig und greifbar. Eine ganze Generation von Jugendlichen hält sich für die Herrenrasse. Die Israelis als Herrenrasse und die Palästinenser als irrende Juden." Veröffentlichung nur unter vollständiger Quellenangabe: "Report aus München". Für Rückfragen steht Ihnen die Report-Redaktion zur Verfügung: 089 - 3806-5263 oder -5111. http://www.br-online.de/pressestelle ots Originaltext: Bayerischer Rundfunk Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Original-Content von: BR Bayerischer Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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