BR Bayerischer Rundfunk

Gepanschter Wein in deutschen Supermärkten
Italienischer Mafiajäger: Auch Mafia am Geschäft beteiligt

    München (ots) - Gepanschter Wein aus Italien befindet sich auch in Deutschlands Supermarktregalen. Eine Stichprobe von Report München (Heute, 21.55 Uhr im Ersten) deckt auf, dass von sechs untersuchten Rot- und Weißweinen drei gepanscht sind und es nicht auszuschließen ist, das auch "Fremdzucker und Säure" im Wein sind.

    Andreas Roßmann von der Firma Isolab GmbH, der die Untersuchung durchführte, stellt fest, "dass das Wasser bei mindestens drei Proben nicht den durchschnittlich zu erwartenden Werten für authentische Weine entspricht".

    Am 05. April war in Italien ein Skandal um gepanschte Weine bekannt geworden.

    Tommaso Pellegrino von der Kommission gegen die Mafia des italienischen Parlaments erklärte gegenüber Report München, dass auch die Mafia-Organisation "Sacra Corona Unita" ihre Finger im Geschäft mit gepanschten Weinen hat. "Diese Mafia hat sich global aufgestellt. Sie exportiert Wein. Die "Sacra Corona Unita" kalkuliere damit, so Mafiajäger Pellegrino, dass die Kontrollen in Deutschland schlecht seien.

    Offiziell ist der italienische Weinskandal in Deutschland noch nicht angekommen. In einem internen Schreiben an die für die Lebensmittelkontrolle zuständigen Länder erklärt das Bundesverbraucherministerium vergangene Woche, dass die Informationen, die die italienischen Behörden zukommen ließen, für gezielte Maßnahmen der deutschen Weinüberwachungsbehörden untauglich seien. Man "beabsichtige" weitere Informationen aus Italien einzuholen.

    Report München verfügt bereits seit vergangenem Donnerstag über eine Liste mit italienischen Aufkäufern des gepanschten Weins. Nach Report München Recherchen zählen auch deutsche Discounter zu den Kunden einer Firma auf der schwarzen Liste des italienischen Gesundheitsministeriums, das die Aufkäufer gepanschten Weins aufführt.

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