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Fotoaktion: Weihnachtsmänner schlagen Alarm: Heiliges Fest bald ohne Schokolade?

Berlin (ots) - Dutzende Weihnachtsmänner demonstrieren am 5. Dezember vor dem Brandenburger Tor gegen Armut und Ausbeutung auf Kakaoplantagen. Der unfaire Preis für Kakao zwingt immer mehr Bauern in Westafrika dazu, ihre Farmen aufzugeben. Ohne Kakao könnte es schon bald ein Weihnachten ohne Schokolade geben. Deshalb schlagen die Weihnachtsmänner nun Alarm. Mit Protesten in Deutschland, Österreich, Tschechien und Estland solidarisieren sich die Rotmützen mit den Kakaobauern und der Kampagne Make Chocolate Fair! der Entwicklungsorganisation INKOTA.

"Wenn sich die Einkommenssituation der Kakaobauern nicht deutlich verbessert, werden wir bald keine Schokolade mehr zum Weihnachtsfest verteilen können. Schlicht und einfach deshalb, weil sich die Kakaobauern aus der Produktion zurückziehen", erklärt der Sprecher der Weihnachtsmänner. "Wir befürchten deshalb, dass es in naher Zukunft keinen Kakao mehr für unsere Schokolade geben wird!"

In Westafrika, der Hauptanbauregion für Kakao, lebt die Mehrheit der insgesamt 5,5 Millionen Kakaobauern in bitterer Armut. Ausbeuterische Kinderarbeit und Hungerlöhne für Saisonarbeiter gehören dort zum Alltag. Grund dafür ist der viel zu niedrige Preis, den sie für ihre Kakaobohnen erhalten: Schätzungen zufolge liegt das durchschnittliche Einkommen eines Kakaobauern in Westafrika bei einem US-Dollar pro Tag. Während der Weltmarktpreis für Kakao 1980 inflationsbereinigt noch bei über 5.000 US-Dollar pro Tonne lag, ist er heute bei etwa 3.000 US-Dollar.

Das geringe Einkommen führt dazu, dass die junge Generation der Kakaobauern die Plantagen ihrer Eltern nicht mehr übernehmen will. Schon jetzt liegt das Durchschnittsalter von Kakaobauern in Westafrika bei 50 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 60 Jahren droht schon bald ein Nachwuchsproblem. Prognosen zufolge wird die Nachfrage nach Kakao schon in wenigen Jahren das Angebot deutlich übersteigen. Deutschland bezieht über 70 Prozent des Kakaos aus Westafrika und wird von dem Versorgungsengpass direkt betroffen sein.

Kinderarbeit ist eine direkte Folge sinkender Preise. "Das geringe Einkommen führt dazu, dass die Bauern keine Erntehelfer einstellen können. Stattdessen sind sie gezwungen auf Kinder als billige Arbeitskräfte zurückzugreifen", erklärt Lina Gross von der Kampagne Make Chocolate Fair!.

"Die Schokoladenindustrie muss Verantwortung übernehmen und einen Kakaopreis zahlen, der den Bauern ein menschenwürdiges Leben ermöglicht", fordert Gross weiter. "Einige Unternehmen haben zwar mit der Umstellung auf nachhaltig erzeugten Kakao begonnen, aber in etwa 80 Prozent unserer Schokolade stecken immer noch Armut, Hunger und Kinderarbeit." Der Nettoumsatz der Schokoladenindustrie liegt dieses Jahr bei rund 100 Milliarden US-Dollar. Ein Kakaobauer bekommt gerade mal sechs Prozent vom Verkaufspreis einer Tafel Schokolade.

Einladung zum Weihnachtsmann-Protest (geeignet für Foto- und Filmaufnahmen)

Wann: 5. Dezember 2014, 11 Uhr 
Wo: Pariser Platz am Brandenburger Tor 
Fotos von der Aktion: www.inkota.de/weihnachtsmannprotest-2014 
(Online am 5. Dezember 2014, ab 13 Uhr) 
Weitere Informationen
- Pressemappe: www.inkota.de/pressemappe-mcf
- Webseite: www.de.makechocolatefair.org 
Pressemitteilung als PDF: http://bit.ly/1towIqX 

Make Chocolate Fair! ist eine europäische Kampagne von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. INKOTA übernimmt die Koordination der Kampagne in Deutschland. Bis 2015 sollen im Rahmen der Kampagne 100.000 Unterschriften für die Petition an die Schokoladenindustrie gesammelt werden.

Pressekontakt:

Lina Gross, Campaignerin von Make Chocolate Fair!, Tel:
+49-(0)178-3202972, E-Mail: gross@inkota.de

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