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Bremer Baumwollkonferenz: Menschenrechte und Nachhaltigkeit bleiben außen vor

Berlin (ots) - Unter dem Motto "Cotton for People" treffen sich vom 19. bis zum 21. März 2014 Fachleute aus aller Welt zur 32. Internationalen Baumwolltagung von Wirtschaft, Industrie und Handel in Bremen. Baumwollanbau und -verarbeitung haben immense Auswirkungen auf das Leben von Millionen von Menschen in Ländern wie zum Beispiel Indien und Usbekistan. Doch diesen Menschen sind mit dem Motto offensichtlich gar nicht gemeint: im gesamten dreitägigen Konferenzprogramm ist von ihnen und den problematischen Arbeitsbedingungen nicht die Rede. Im Fokus stehen dagegen Qualität und Gentechnologie.

Auf allen Produktionsstufen der Bekleidungsherstellung kommt es zu massiven Verletzungen der Menschenrechte: In Indien beispielsweise werden aufgrund von gentechnisch verändertem (GMO) Baumwollsaatgut und der damit einhergehenden Verschuldung unzählige KleinbäuerInnen ihrer Existenz beraubt. Sowohl auf den Baumwollfeldern als auch in den Verarbeitungsfabriken herrschen katastrophale Zustände: 12-Stunden-Schichten, Bezahlung unterhalb der Mindestlöhne und Kinderarbeit scheinen die Regel zu sein. Die Menschen werden in hohem Maße giftigen Pestiziden ausgesetzt und nicht selten werden sie aus ihrer Heimatregion in die Anbau- bzw. Verarbeitungsregionen verschleppt.

In Usbekistan organisiert die Regierung das größte staatlich organisierte Zwangsarbeitssystem der Welt und zwingt jedes Jahr Millionen Kinder und Erwachsene, wochenlang ohne angemessene Bezahlung Baumwolle zu ernten. Sie arbeiten oft sieben Tage die Woche ohne Pausen, kommen in unmittelbaren Kontakt mit Pestiziden und haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Wer sich gegen den Einsatz wehrt, riskiert Job oder Studienplatz oder muss hohe Strafen zahlen. Der Großteil des erzielten Gewinns fließt in die Hände der Eliten rund um die usbekische Regierung.

Von dem unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellten begehrten und knappen Rohstoff profitieren dann sowohl Groß- als auch Einzelhändler, darunter globale Unternehmen der Fashion-Industrie aber auch Bayer und Daewoo. Die Cotton Campaign, INKOTA und die Arbeitsgruppe BaumwollePLUS der Kampagne für Saubere Kleidung fordern die Unternehmen auf, endlich Verantwortung zu übernehmen.

"Groß- und Einzelhändler sollen keine Baumwolle aus Zwangs- oder Kinderarbeit und keine mit GMO verseuchten Fasern verwenden", betont Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. Die Rückverfolgbarkeit ist zu gewährleisten, damit VerbraucherInnen die Möglichkeit haben, ethisch korrekt einzukaufen. Regierungen in Deutschland und in der Europäischen Union sollen ihren politischen Einfluss nutzen, um Sorgfaltspflichten für Menschenrechte bei der Arbeit und zum Schutz der Umwelt zu stärken.

AktivistInnen der Cotton Campaign, von INKOTA und der Kampagen für Saubere Kleidung nutzen die Bremer Baumwollkonferenz als Anlass für Aktionen unter dem Titel END COTTON CRIMES.

Wann: 19. März 2014, ab 13.00 Uhr

Wo: Bremer Rathaus

Erfahren Sie mehr über die Cotton Campaign: http://bit.ly/1hrsn0S 
Pressemitteilung als PDF: http://bit.ly/1iv5Y5u 

Pressekontakt:

INKOTA-netzwerk: Berndt Hinzmann, hinzmann@inkota.de, Tel.: 0160-94
69 87 70

ECCHR: Yvonne Veith, veith@ecchr.eu, Tel.: 030-400 485 90

Uzbek-German-Forum for Human Rights: Umida Niyazova,
umida.niyazova@gmail.com, Tel.: 0176-312 024 74

Südwind Institut: Dr. Sabine Ferenschild,
ferenschild@suedwind-institut.de, Tel.: 02241-2 66 09-16

Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz):
Gertraud Gauer-Süß, Tel.: 0421-17 19 10

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