DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Kinderfalle Gartenteich: 2008 ertranken elf Menschen
DLRG: Eltern unterschätzen oft die Gefahren für kleine Kinder

Bad Nenndorf (ots) - Mit dem schönen Wetter hat die Gartensaison begonnen. In vielen Gärten bildet ein Teich den Mittelpunkt der Anlage, in anderen lädt ein Swimmingpool zum Baden ein. Teiche und Pools, aber auch mit Wasser gefüllte Tonnen oder Bottiche können zur Kinderfalle werden. Im vergangenen Jahr sind elf Menschen in Gartenteichen und Swimmingpools ertrunken, darunter waren fünf Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren. Nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind seit dem Jahr 2000 insgesamt 115 Menschen in privaten Anlagen ums Leben gekommen.

Unachtsamkeit und Sorglosigkeit der Eltern sind nach Ansicht der Lebensretter die häufigsten Ursachen für das Kinderertrinken. "Viele Erwachsene sehen einen kleinen Gartenteich mit wenigen Zentimetern Wassertiefe nicht als gefährlich an. Selbst derart kleine Gewässer können aber zur tödlichen Bedrohung für die Kleinsten werden", sagt DLRG-Präsident, Dr. Klaus Wilkens. Er rät allen Eltern zu Vorsicht und Wachsamkeit. Da Wasser kleine Kinder magisch anzieht, empfehlen die Sicherheitsexperten der größten Wasserrettungsorganisation der Welt, ihre Sprösslinge beim Spielen im Garten nicht aus den Augen zu lassen. "Wachsamkeit ist in Gärten mit Teichen, Pools oder anderen Wasseranlagen die beste Unfallprophylaxe", so der DLRG-Präsident.

Nicht selten ist die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht Ursache für tödliche Unfälle. Kleinkinder bedürfen einer ständigen Aufsicht, damit sie sich nicht Gefahren in ihrer Umgebung aussetzen, die sie aufgrund ihrer Unerfahrenheit und Unbesonnenheit noch nicht erkennen und beherrschen können. Zur Abwehr dieser für Kleinkinder bestehenden Gefahren ist zu allererst der Aufsichtspflichtige zuständig, weil ein umfassender Schutz für kleine Kinder nur durch ihre Beaufsichtigung, die lückenlos erfolgen muss, gewährleistet ist.

Eltern können aber noch mehr tun: In speziellen Wassergewöhnungskursen der DLRG können die Kleinsten in spielerischer Form frühzeitig wichtige Bewegungen und lebensrettende Verhaltensweisen im Wasser erlernen, noch bevor sie richtig schwimmen können. Die DLRG bietet in vielen Städten und Gemeinden Schwimmkurse für Kinder an, die von erfahrenen Ausbildern geleitet werden. In Zusammenarbeit mit dem langjährigen Partner NIVEA führt die DLRG in Kindergärten zudem seit Jahren Informationsveranstaltungen für Kinder und Eltern durch, um kindgerecht auf spielerische Art und Weise frühzeitig über Wassergefahren aufzuklären und richtiges Verhalten bei Unfällen zu üben.

Eltern mit kleinen Kindern sollten bereits bei der Planung eines Gartenteiches geeignete Sicherheitsvorkehrungen treffen. Es empfiehlt sich, den Teich so einzuzäunen, dass er für die Kinder nicht mehr zugänglich ist.

Weitere Gefahrenquellen sind der Teich in Nachbars Garten oder der kleine Bach hinter dem Grundstück. Tore und Übergänge zum Nachbargrundstück sollten deshalb so gesichert werden, dass sie von Kindern nicht geöffnet oder überklettert werden können.

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Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG, Telefon: 05723-955441

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