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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zum G 20-Gipfel

    Köln (ots) - Ein schöner Erfolg

    MARKUS GRABITZ, Berlin, zum Ende des G 20-Gipfels

    Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat das G 20-Treffen in London nun doch nicht fluchtartig verlassen, wie er im Vorfeld angedroht hatte. Das heißt aber leider noch lange nicht, dass er an der Themse wie versprochen "keine fal schen Kompromisse" einge gangen ist. Es gehört nämlich zur Inszenierung von Gipfel großereignissen, dass eine ge wisse Drohkulisse aufgebaut wird und sich im Anschluss alle Beteiligten hochzufrieden mit den Ergebnissen zeigen.

    Ob "Sarko" nun zu Recht sitzen geblieben ist, wird sich - auch das ist so bei diesen Gipfeln - erst in einigen Monaten zeigen. Eine vorsichtig positive Zwi schenbilanz ist aber erlaubt: Ja, die deutsch-französische Achse hat endlich wieder ein mal gut funktioniert. Merkel und Sarkozy haben sich die Bälle im Vorfeld so geschickt zugespielt, dass die USA und Japan mit ihrem Wunsch nach exzessiven neuen Konjunktur spritzen nicht durchgedrungen sind. Und es ist ein schöner deutsch-französischer Erfolg, dass es vor allem um neue Re geln für die außer Rand und Band geratenen Finanzmärkte ging. Es muss schon einiges passieren, bis ein englischer Premier allein das Wort Steuer oase in den Mund nimmt.

    Die Latte lag hoch: Der Gipfel sollte nicht weniger bringen als eine neue Finanzmarktarchitek tur: Kein Finanzprodukt, kein Akteur auf den Finanzmärkten soll künftig außerhalb der Auf sicht existieren dürfen. Nun ja, das Ziel ist nobel. Aber von Gipfel-Gastgeber Gordon Brown ist kein Satz überliefert, dass er auch nur die angelsäch sischen Steuerparadiese auf den Kanalinseln einer strengen Regulierung unterziehen will.

    Wichtig ist: Es ist erst ein halbes Jahr her, dass die 20 Nationen ihren Willen be kundet haben, gemeinsam ge gen die Krise vorzugehen. Jetzt schon sämtliche notwendigen Konsequenzen zu verlangen - das wäre vermessen. Nun kommt es darauf an, dass es jetzt nicht bei der "Gipfelitis" bleibt. Vielmehr geht es darum, Institutionen wie einen Welt wirtschaftsrat zu schaffen, die potenzielle Krisenherde auf den Finanzmärkten aufspüren und dagegen koordiniert vorgehen.

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