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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau zur Oskarverleihung

    Köln (ots) - KOMMENTAR

    Stammplatz im Weltkino

    HARTMUT WILMES zum Oscar

    Erfolg verändert Erwartun gen, und insofern mag die aktuelle deutsche Oscar-Bilanz enttäuschen. Vor zwei Jahren siegte "Das Leben der Ande ren", im Vorjahr machten die österreichisch-deutschen "Fäl scher" alles richtig, und 2003 hatte Caroline Links "Nirgend wo in Afrika" die Tradition schwarz-rot-goldener Holly wood-Pleiten durchbrochen.

    Aber diesmal? Uli Edels "Baa der Meinhof Komplex" scheiter te ebenso wie Werner Herzogs "Begegnungen am Ende der Welt" oder Reto Caffis "Auf der Strecke". Auch gingen die Berliner Produzenten des trick reichen (Anti-) Kriegsfilms "Waltz with Bashir" letztlich leer aus. Sie alle jedoch stan den im Finale um die begehr testen Filmpreise, und allein dies attestiert ihren Werken Welt-Klasse. Außerdem gab es ihn ja dann doch, den deut schen Sieger: Jochen Alexan der Freydanks Kurzfilm "Spiel zeugland". Dass gerade in die ser Kategorie regelmäßig ein heimische Werke reüssieren, spricht für die Film- und Medi enhochschulen als hochkaräti ge Talentschmieden.

    Und warum man den "kleinen" Oscar nicht unterschätzen soll te, weiß etwa Florian Gallenber ger: 2001 gewann er für "Quie ro Ser" die Kurzfilm-Trophäe, nun bringt er den abendfüllen den Spielfilm "John Rabe" mit Ulrich Tukur ins Kino.

    Außerdem gibt es ja noch den "Vorleser": Gewiss, auch auf der Berlinale lief die Bernhard-<> Schlink-Verfilmung unter US-<> Flagge. Aber gedreht wurde zu dem in Berlin sowie den Kölner MMC-Studios, und unter ande ren waren die Kölner Central Scope NRW und die Bonner Senfkorn Film mit im Boot. So trägt die Arbeit der Filmstiftung NRW internationale Früchte. Dass man an der Spree nun er zählt, Kate Winslet habe sich in ihrer Oscar-Rede speziell aus Dankbarkeit gegenüber Babels berg wie vereinbart ans Ohr ge fasst, darf man getrost unter Kinderkram verbuchen.

    Was hingegen zählt: Durch ihre Dauerpräsenz in den Oscar-Endrunden haben deut sche Filme in Hollywood ihren Exotenstatus gegen einen Stammplatz im Weltkino einge tauscht.

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