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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu Karadzics Auslieferung

    Köln (ots) - Erfolg

    SANDRO SCHMIDT zur Auslieferung Karadzics

    Für die Diktatoren dieser Welt ist der 30. Juli 2008 ein Schwar^zer Mittwoch: Das UN-<> Tribunal hat mit der Überstel lung von Radovan Karadzic nach Den Haag bewiesen, dass es selbst 13 Jahre nach der ersten Anklage eines Schwer verbrechers in Politikergewand habhaft werden kann. Zu den rechtsstaatlichen Spielregeln gehört es unabdingbar, dass dem Angeklagten unzweifelhaft nachgewiesen werden muss, was für Beobachter seit Jahren auf der Hand liegt: Welchen An teil an Schuld ihm persönlich an den Verbrechen der Serben zuzurechnen ist.

    Das wird aller Erfahrung nach zum Beispiel in den bundes deutschen Verfahren gegen DDR-Größen noch schwer ge nug. Deshalb ist es zu begrü ßen, dass der neue Chefanklä ger Serge Brammertz aus den Fehler seiner Vorgängerin del Ponte gelernt zu haben scheint. Die versah ihre Anklagen mit ei ner hohen Zahl auch kleiner und kleinster Tatvorwürfe, so dass etwa der Prozess gegen Slobodan Milosevic durch eine ausufernde Beweisaufnahme sich über Jahre hinzog und im Klein-Klein verhedderte.

    Doch unabhängig davon, wie das Urteil des UN-Tribunals am Ende lautet, kann die Welt gemeinschaft einen Erfolg ver buchen: Menschen wie Karad zic oder sein Armeeführer Rat ko Mladic sehen sich trotz im mer noch vorhandener Unter stützung eigener Anhänger we gen ihrer Verbrechen in hohen Staatsämtern bis zum Lebens ende dem Fahndungsdruck ei nes internationalen Gerichts ausgesetzt. Das wäre noch vor 20 Jahren undenkbar gewesen.

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