Kölnische Rundschau

Kölnische Rundschau: Kölnisceh Rundschau Kommentar zur Türkei/PKK

    Köln (ots) - Zerreißprobe

    SANDRO SCHMIDT zur Entführung in der Türkei

    War es wirklich das Mitte Juni erfolgte Verbot des von Dänemark nach Deutsch land ausstrahlenden kurden-<> freundlichen Senders Roj TV durch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, das die PKK veranlasste, drei deutsche Touristen am Berg Ararat zu entführen? Die Lage bleibt auch nach der gestern bekannt ge wordenen Forderung der in Deutschland seit 1993 verbo tenen Organisation unüber sichtlich.

    Die PKK beklagt "die feindliche Politik" der Bundesregierung, die Berlin einstellen solle. Doch weder hat sich die deutsche Po litik gegenüber der zwielichti gen Vereinigung in den letzten Jahren signifikant geändert noch kann diese damit rech nen, dass sich Kanzlerin und Kabinett durch terroristische Aktionen politisch erpressen lassen.

    Wahrscheinlicher ist es da fast, dass die PKK die Ent führung vor allem aus innen politischen Gründen inszeniert hat. Zuletzt war sie durch mit dem Irak koordinierte militäri sche Aktionen der türkischen Armee hart in Bedrängnis gera ten. Da bietet es sich aus ihrer Sicht an, ein Zeichen von Stär ke und Handlungsfähigkeit zu zeigen; zumal in einer Situati on, in der die gemäßigt islamis tische Regierung unter Staats chef Erdogan im Streit mit den nationalistisch orientierten Hü tern des Erbes von Kemal Ata türk um ihre Existenz ringt. Der ohnehin von einer Staatskrise gelähmten Türkei droht eine Zerreißprobe. Ausgetragen wird sie auch auf dem Rücken unbeteiligter Touristen.

Pressekontakt:
Kölnische Rundschau
Jost Springensguth
print@kr-redaktion.de



Weitere Meldungen: Kölnische Rundschau

Das könnte Sie auch interessieren: