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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zum Nato-Gipfel

    Köln (ots) - Koalition der Vernünftigen

    GERD NIEWERTH, Bukarest,zum Nato-Gipfel

    Mit der vielbeschworenen Geschlossenheit in der Na^ to ist es nicht weit her. Bukarest 2008, das die Nato-Dramatur gen als leuchtenden und opti mistischen Gipfel der Superlati ve zu inszenieren beabsichtig ten, hat die längst vorhandenen Zerklüftungen nur noch deutli cher zu Tage treten lassen. Wem wann und unter welchen Bedingungen der Mitgliedsaus weis für den vornehmen Klub ausgestellt werden darf, darü ber herrscht Uneinigkeit. Im Grunde zerteilt sich die Allianz in dieser Elementarfrage in zwei, wenn nicht sogar in drei Lager: Hier die USA, unter stützt von den meisten Neulin gen aus Osteuropa, dort die "alten" Europäer mit Deutsch land, Frankreich, Italien, Spani en und den kleineren Ländern. Natürlich werden Letztere nun als mutlose Bedenkenträger und Spielverderber hingestellt, insbesondere aus Sicht der Uk rainer und Georgier, die längst noch nicht beitrittsreif sind und zu Recht Warteschleifen zu dre hen haben. Erfreulicherweise hat sich in Bukarest eine selbst bewusste "Koalition der Ver nünftigen" zusammengefun den, die dem nassforschen Treiben eines US-Präsidenten endlich Einhalt gebietet. Von ungefähr kommt dieses Bremsmanöver nicht. Der Flur schaden, den der mächtigste Mann der Welt im Laufe seiner achtjährigen Amtszeit ange richtet hat, hat bedenkliche Ausmaße angenommen. Allein schon durch sein verantwor tungsloses Irak-Abenteuer hin terlässt er ein Desaster. Nicht zu vergessen die fragwürdigen Sondervereinbarungen mit Warschau und Prag in Sachen Raketenabwehr, die weitere Kei le in die Allianz treiben. Ganz nebenbei ist das abgekühlte Verhältnis zu Russland geprägt durch unnötige Konfrontation. <$30> Initial über 2 Zeilen <$19>G<$0>eorge W. Bush mag in Bu karest noch so sehr an sei nem Vermächtnis arbeiten und gesichtswahrende Formulierun gen durchsetzen. Die "alten" Europäer machen kein Geheim nis daraus, dass sie heilfroh sind, wenn sie diesen Präsiden ten los sind. Über Bukarest hi naus sollte die Allianz nun schnell die Frage beantworten, wie sie das Erweiterungsinstru mentarium aktuellen Anforde rungen anpassen will.

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