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Kölnische Rundschau: Kölnische Rundschau Kommentar zu Beck

    Köln (ots) - Beck im Dilemma

    JOST SPRINGENSGUTH zur SPD

    Solidarität war einmal ein Markenzeichen der So^zi^al^ de^mokratie. Die Wucht, mit der die unterschiedlichen Strömun gen gegeneinander laufen, geht an die Substanz des Vorsitzen den und der ganzen Partei. Kurt Beck hat sich im hessi schen Dilemma und vor der Wahl in Hamburg entschieden, Risiken einzugehen, die er al lem Anschein nach unter schätzt hat. Geplant kann die ses Erdbeben nicht gewesen sein. Zunächst hatte der Vorsitzende die Selbstverpflichtung aufge geben, bis nach Schließung der Wahllokale im Norden das Was ser zu halten und keine Hinwei se auf das ohnehin von vielen Beobachtern erwartete Verhal ten der hessischen Spitzenkan didatin zu geben. Nach der Wahl hat Beck seine Führungs gremien auf den Schwenk<$7> auf den Öffnungskurs<$0> - krankheitsbedingt in Abwesen heit - formal einschwören las sen. Steinmeier, Steinbrück und Struck ticken in dieser Fra ge anders. Ihre Zustimmung haben sie offensichtlich gege ben, um die schnelle Demonta ge Becks zu vermeiden. <$30> Initial über 2 Zeilen <$19>D<$0>er Parteichef sieht offen sichtlich in der Flucht sei ner SPD nach links die einzige Chance, das Problem der bis her unterschätzten Linkspartei mit Blick auf die Bundestags wahl einzufangen. Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz müsste voll in Berlin präsent sein, hier mit voller Kraft auf der Brücke ste hen, wenn er die angestrebte Kanzlerkandidatur erreichen will. Das hat er aber unlängst für sich anders entschieden. Es war wohl ein Fehler, nicht ins Kabinett zu gehen. Die Ausei nandersetzung in den eigenen Reihen wird viel Kraft binden. In diesen Tagen werden in der SPD Wunden bis ins Persönli che geschlagen. Die Narben werden Beck als Herausforde rer der Kanzlerin weiter schwä chen. Da nach allem Anschein der Parteivorsitzende mit diesen Zerwürfnissen und belastet mit einem Glaubwürdigkeitsprob lem die Reihen in so kurzer Zeit kaum schließen wird, folgt für die SPD mit großer Wahr scheinlichkeit die Kandidaten frage als Dauerthema. Die Ent wicklung läuft nun gegen Becks Kanzlerkandidatur.

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