Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

Unrechtsbewusstsein schärfen - Schlupflöcher schließen - Kreativität schützen
"Catch Up": Privatsender fordern zeitgemäße Anpassung von Urheber- und Leistungsschutzrechten

München/Berlin (ots) - Film-, Fernseh- und Rundfunkwirtschaft sowie Verlage stehen ähnlich wie vor einigen Jahren die Musikindustrie branchenübergreifend vor erheblichen Herausforderungen hinsichtlich des Schutzes ihrer Angebote. Unter dem Motto "Mein Inhalt - Dein Geschäftsmodell?" diskutierten deshalb führende Vertreter, unter anderem des Axel Springer Verlages, der ProSiebenSat.1 Media AG, des NDR und des VPRT, heute in München über die Frage, mit welchen Mitteln Kreativität angesichts neuer technologischer Entwicklungen wirksam geschützt werden kann.

"Die Nachfrage nach hochwertigen und spannenden Inhalten ist auch in der digitalen Welt riesig. Im Verhältnis dazu sind aber die Zahlungsbereitschaft und vor allem ein angemessener Schutz gering. Der VPRT begrüßt vor diesem Hintergrund ganz ausdrücklich die allgemeine Debatte über die Wertigkeit von kreativer Leistung und Werkverwertung im digitalen Umfeld. Um bestehende Schlupflöcher zu schließen und zu einer zeitgemäßen Anpassung des Urheberrechts zu kommen, muss mit Blick auf das seit langem bestehende Leistungsschutzrecht der Rundfunkveranstalter in gewissen Bereichen gleichwohl deutlich nachjustiert werden", forderte Claus Grewenig, stellvertretender VPRT-Geschäftsführer.

Man könne nicht ausblenden, dass die Zahl kopierter und gestreamter Inhalte zum Beispiel auf illegalen Streaming-Plattformen oder in Tauschbörsen in den vergangenen Jahren massiv gestiegen sei. Die einfache Reproduktion digitaler Inhalte entwerte die Auswertungsmöglichkeiten.

Conrad Albert, General Counsel der ProSiebenSat.1 Media AG, unterstrich die Bedeutung der Sendeunternehmen: "Die in Deutschland abgerufenen Bewegtbildinhalte im Netz resultieren zu einem Großteil aus linearen TV-Angeboten. Internet wäre ohne diesen Content kaum vorstellbar. Ob Catch Up-TV, Video-on-Demand, User Generated Content- oder Social Media-Plattformen - die Sender haben neben klassischem Rundfunk auch im Web 2.0 eine Vielzahl von attraktiven legalen Angeboten geschaffen. Notwendig ist eine Sensibilisierung des gesamtgesellschaftlichen Unrechtsbewusstseins durch die Politik. Zum Schutz vor Diebstahl geistigen Eigentums brauchen wir eine digitale Wegfahrsperre."

Gemeinsam sprachen sich die Sendervertreter für eine zeitnahe Stärkung ihres Leistungsschutzrechtes durch die Einbeziehung in die sogenannte Pauschalabgabe für Privatkopien sowie für eine Aktualisierung des sogenannten Kneipenrechts aus. Notwendig seien zudem ein effizienteres Vorgehen gegen Internet Service Provider sowie ein umfassenderer Schutz des Sendesignals gegen Überblendung durch sogenannte Widgets, die etwa auf hybriden Endgeräten eine kommerzielle Ausnutzung der Reichweite von TV-Inhalten möglich machen.

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