Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT)

VPRT zum "Branchenhearing Rundfunkwirtschaft":
Privater Rundfunk begrüßt Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung

Köln (ots) - Der Präsident des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT), Jürgen Doetz, hat die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung anlässlich eines Branchenhearings zur Rundfunkwirtschaft heute in Köln ausdrücklich begrüßt.

Doetz erklärte: "Der VPRT unterstützt die ressortübergreifenden Bemühungen der Bundesregierung, die wirtschaftlichen Bedingungen der einzelnen Branchen der Kultur- und Kreativwirtschaft ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und den jeweiligen Handlungsbedarf zu erörtern. Gerade der private Rundfunk ist als Teil der Kulturwirtschaft ein klassisches Beispiel für die Doppelnatur als Kultur- und Wirtschaftsgut."

Der private Rundfunk habe mit inzwischen rund 580 Hörfunk- und TV-Sendern, einem jährlichen Umsatz von 8,3 Milliarden Euro und mehr als 23.000 Beschäftigten eine Erfolgsstory geschrieben - im kulturellen, kreativen wie wirtschaftlichen Bereich. Er habe trotz eines übermächtigen gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunks, trotz einer restriktiven Regulierung und trotz der schleppenden Digitalisierung eine ungeheure Programmvielfalt entwickelt und leiste einen wichtigen Beitrag für den Meinungspluralismus in Deutschland, so Doetz.

Die größten Herausforderungen sieht der VPRT-Präsident künftig neben dem zu gestaltenden Übergang von der analogen zur digitalen Verbreitung in Fragen des Zugangs zu Übertragungswegen und Plattformen: "In der konvergenten digitalen Welt wird die Existenz einzelner Angebote entscheidend davon abhängen, dass die Nutzer sie auch finden können."

Doetz appellierte angesichts der prekären gesamtwirtschaftlichen Lage zudem an die Politik, die Refinanzierungsbasis der Rundfunkunternehmen in einem ohnehin engmaschig regulierten Werbemarkt nicht durch weitere Werbeverbote oder -einschränkungen zu schwächen. Auch im Bereich der Diversifikation dürfe es keine Überregulierung geben. "Die Vielzahl der privaten Programmanbieter, die Deutschlands Medien- und Meinungsvielfalt mitgestalten, hat nicht die Möglichkeit, Werbeverluste, etwa im Bereich von Automobil-, Nahrungsmittel- oder Alkoholwerbung, ohne Weiteres durch andere Einnahmen zu kompensieren", mahnte der Präsident.

Dieser Feststellung schloss sich VPRT-Vizepräsident und Geschäftsführer Radio/Tele FFH, Hans-Dieter Hillmoth, für den Bereich Radio und Audiodienste an: "Notwendige Investitionen in die Digitalisierung sind angesichts der Kosten für einen Sendernetzbetrieb sowie Rechte- und Personalkosten kaum refinanzierbar - erst recht nicht, wenn weitere Einschränkungen bei der Werbung oder bei Gewinnspielen drohen."

Obwohl das Radio meist nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit steht, habe gerade auch der private Hörfunk seit seinem Start 1984 eine beeindruckende Entwicklung genommen. Privates Radio in Deutschland sei vor allem lokal, regional und landesweit aufgestellt und zeichne sich deshalb durch eine besondere Nähe zu den Hörerinnen und Hörern aus. Als Tagesbegleiter Nr. 1 der Mediennutzer und mit einem Marktanteil von 46 Prozent seien die privaten Radiosender ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Zugleich werde aber auch der Kulturauftrag ernst genommen. Der Vizepräsident wies darauf hin, dass die Sender als Kulturgut eine wichtige Rolle im Bereich des gesellschaftlichen Engagements spielen: "Dies gilt sowohl für Veranstaltungen als auch für den sozialen Bereich", sagte er.

Allerdings müssten die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen in vielen Punkten entscheidend verbessert werden, um dem Hörfunk für die Zukunft weitere Entwicklungsperspektiven zu eröffnen, so Hillmoth abschließend.

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