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Mutter aus Guben fiel vermutlich Kampfstoff zum Opfer

    Berlin (ots) - Der Giftgasanschlag im brandenburgischen Guben, dem
die zweifache Mutter Eva-Maria T. zum Opfer fiel, ist nach
Expertenmeinung vermutlich mit einem tödlichen Kampfstoff verübt
worden. Das ergaben Recherchen der Akte-2000-Redaktion. Der Berliner
Toxikologe Dr. Kurt Beining gegenüber Akte-Reportern: "Es könnte sich
dabei um den Kampfstoff Ditrapex CP handeln, der in den
Militärbeständen der ehemaligen DDR gelagert wurde." Die gefundenen
Rückstände am Schlafzimmerfenster und Fensterbrett, dazu die
Verletzungssymptome der Opfer und die Aussagen des mutmaßlichen
Täters lassen nach Dr. Beining den Schluss zu, "dass es sich bei dem
verwendeten Gas um eine Kombination von Nitrochloroform und
Methylisocyanat handelt. Ein Kampfstoff, der giftiger als Blausäure
und sehr schwer nachweisbar ist." In Liberose, das in der Nähe des
Wohnortes des tatverdächtigen Alexej L. liegt, befindet sich ein
ehemaliges Sowjet-Militärgelände.
    
    Bei dem Anschlag auf die Wohnung der Familie T. am 7. September
1999 in Guben wurde ein unbekannter Stoff durch ein offenes
Schlafzimmerfenster gesprüht. Der Ehemann, Jörg T., überlebte
schwerverletzt, seine Frau lag wochenlang im Koma und starb zwei Tage
vor Weihnachten. Der Tat verdächtig ist ein 13jähriger
Russlanddeutscher, der sein Geständnis mittlerweile widerrufen hat.
    
    Polizei und Staatsanwaltschaft stehen bis heute vor einem Rätsel.
Zunächst waren die Behörden davon ausgegangen, dass es sich bei dem
verwendeten Gas um Chlorpikrin handelte - einen Stoff, der in der
ehemaligen DDR als Pflanzenschutzmittel bekannt war und schon früher
als Giftgas militärisch verwendet wurde. Diese Aussage wurde aber
einen Monat später zurückgenommen.
      
    Der Anwalt der schwer betroffenen Familie, Thomas Riedel, zu Akte
2000: "Nach Akteneinsicht kann ich nicht nachvollziehen, warum
zunächst Chlorpikrin festgestellt wurde und etwa einen Monat später
diese Substanz wieder ausgeschlossen wird."
    
    Polizei und Staatsanwaltschaft wollten gegenüber Akte 2000 ein
Kampfmittel als Todesursache weder bestätigen noch dementieren.
      
    Frei zur Veröffentlichung bei Quellenangabe Akte 2000
      
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