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"ttt - titel thesen temperamente" (NDR) am Sonntag, 23. Juli 2017, um 23:50 Uhr

München (ots) - Die geplanten Themen:

Blumenkübel gegen den Terror - Wie Städte ihr Gesicht verändern Im Mittelalter hatten Städte eine dicke Mauer, darum einen Wassergraben. So schützte man sich damals gegen Feinde. Inzwischen - so sagen Architekturhistoriker - wird die moderne Stadt angesichts von Anschlägen wieder zur Festung. Nur sieht der Schutz jetzt anders aus: London ist die wahrscheinlich am dichtesten überwachte Stadt der Welt. Überwachungskameras allerorten. Und weiterer Schutz kommt ganz subtil daher: Massive Blumenkübel, die vor Lastwagen schützen sollen. Ebenso wie Wasserbecken und Bänke. Balustraden vor wichtigen Gebäuden werden extra auf alt getrimmt, wirken als seien sie aus dem 19. Jahrhundert. Dabei sind sie nagelneu, bestehen im Inneren aus Stahl. Schutzbarrieren - getarnt als hübsche Stadtarchitektur. Und auch einzelne Gebäude werden zu Bollwerken. Beispiel: die neue amerikanische Botschaft in London, für die extra ein Wasserbecken auf der einen Seite angelegt wird. Sieht hübsch aus, dient aber in erster Linie der Abschottung. "ttt" spricht mit einem Professor für Stadtgeografie aus Großbritannien darüber, wie die Städte ihr Gesicht verändern und schaut mit einem deutschen Architekten, wie weit diese Terrorabwehr auch schon in Deutschland verbreitet ist.

Christenverfolgung in der Türkei - Massenhafte Enteignung von Kirchen und Klöstern Nicht nur kritische Journalisten, Akademiker, Kurden oder - wie in der vergangenen Woche - Menschenrechtler werden in der Türkei drangsaliert. Auch Christen werden verfolgt: Über 50 Kirchen, Klöster und Friedhöfe im Südosten der Türkei sind enteignet worden. Die christlichen Aramäer schlagen Alarm: Sie verlieren ihr altes Kulturerbe aus frühchristlicher Zeit. Die Aramäer sind in der Türkei als Minderheit nicht anerkannt und politischem und sozialen Druck ausgesetzt, so dass immer mehr das Land verlassen. Derzeit gibt es noch rund 3.000 Aramäer im Südosten der Türkei. In Deutschland leben inzwischen 220.000 Aramäer, es ist ihre größte Exilgemeinde in Europa. "ttt" spricht in der Türkei mit dem Oberpriester von Mardin und dem einzigen aramäischen Parlamentarier über die zunehmende Christenverfolgung.

Treffen mit einer Legende - Musikproduzent Quincy Jones Den Ruhestand hätte er sich längst verdient: Gut 50 Jahre nachdem er Platten für Ella Fitzgerald, Frank Sinatra und Sammy Davis junior produziert hat. 35 Jahre nach Michael Jacksons "Thriller", dem von ihm erfolgreichsten Album der Welt. Und nach unzähligen Preisverleihungen, an denen er als Produzent, Musiker und Komponist teilgenommen hat: 27 Grammys, den renommierten "Polar Music Prize" und einen Ehren-Oscar konnte er mit nach Hause nehmen. Aber Quincy Jones, mittlerweile 84 Jahre alt, macht immer weiter: beim "Jazz Open" in Stuttgart gastierte er gerade mit George Benson, Dee Dee Bridgewater und Jacob Collier. In "ttt" spricht er über seine Karriere und über den Wandel in der Musikindustrie, die er wie kaum ein anderer kennt.

Comedian, Transgender, Polit-Aktivist - Eddie Izzard und sein bewegtes Leben Im englischsprachigen Raum ist er seit Jahrzehnten ein Star: Mit seinen Stand-Up-Shows füllt er Hallen, er spielt in Hollywood-Filmen neben Brad Pitt oder Tom Cruise, tritt als Talk-Gast bei Larry King oder Whoopy Goldberg auf. Jetzt hat Comedian Eddie Izzard seine Autobiografie geschrieben: Ein launiges, manchmal trauriges Buch, im dem er über Kindheit, Karriere und sein Coming-Out als Transgender berichtet: "Believe Me. Mein Leben zwischen Liebe, Tod und Jazzhühnern". "ttt" spricht mit ihm über seine Autobiografie, seinen speziellen Humor und natürlich über Brexit und Hitler.

Natur, Nationalsozialismus, Nachlass - 150. Geburtstag von Emil Nolde Eigentlich hieß er Hans Emil Hansen. Mit Mitte 30 nannte er sich nach seinem nordschleswigschen Heimatdorf um: Emil Nolde. Passenderweise. Denn er hat seine Heimat dort wie kein Zweiter auf Leinwand verewigt. Er war ein Farbenmagier. Ein Altmeister des Expressionismus, zugleich aber auch in der NS-Zeit glühender Nazi und Antisemit. Umso mehr traf es ihn, dass seine Werke von den Nationalsozialisten als "Entartete Kunst" diffamiert wurden. In einem Brief an Goebbels wies er darauf hin, dass er sich "als fast einzigster deutscher Künstler im offenen Kampf gegen die Überfremdung der deutschen Kunst" sähe. Genützt hat ihm das nicht. Ein Berufsverbot wurde über ihn, den starrköpfigen und geltungssüchtigen Maler, verhängt. Im Rückblick erwies sich die schroffe Ablehnung durch die Nazis für Nolde als Glücksfall: So konnte er sich nach dem Krieg als Opfer des Regimes stilisieren. Am 7. August ist sein 150. Geburtstag. "ttt" blickt mit dem Nolde-Forscher Bernhard Fulda auf das Leben eines Malers zwischen Natur und Nationalsozialismus.

Moderation: Max Moor

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Redaktion: Edith Beßling, Christine Gerberding, Niels Grevsen,
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